01 Februar, 2006

Springer gibt auf

--- Nach langem hin und her gibt der Springer-Verlag seine Pläne auf, die ProSieben Sat1 Media AG zu übernehmen. Offiziell heißt es: "Der Vorstand der Axel Springer AG und das Board der P7S1 Holding L.P. haben gemeinsam beschlossen, die Pläne zur Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch die Axel Springer AG nicht weiterzuverfolgen.Das Bundeskartellamt hatte den beabsichtigten Erwerb der ProSiebenSat.1 Media AG am 23. Januar 2006 untersagt. Die Axel Springer AG hatte daraufhin angekündigt, die ihr zur Verfügung stehenden Rechtsmittel und Optionen zu prüfen.Nach intensiver Prüfung und sorgfältiger Abwägung sind die Axel Springer AG und die P7S1 Holding L.P. zu der Auffassung gelangt, daß auf Grund der zahlreichen wirtschaftlichen und juristischen Unsicherheiten eines möglichen Klageweges oder eines möglichen Ministererlaubnisverfahrens für alle Beteiligten unzumutbare Risiken entstünden. Damit werden weder der Aktien- und Geschäftsanteilskaufvertrag zwischen der Axel Springer AG und der P7S1 Holding L.P. vom 5. August 2005 noch das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Axel Springer AG an die Aktionäre der ProSiebenSat.1 Media AG vom 16. September 2005 vollzogen werden. " Diskutiert im Forum.

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24 Januar, 2006

Springer: Offizielles Nein vom Kartellamt

--- Seit wenigen Minuten ist es hoch offiziell: Das Bundeskartellamt untersagt die Fusionspläne von Springer. "Nach Kartellamtspräsident Böge würde der Zusammenschluss auf dem Fernsehwerbemarkt, dem Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen sowie dem bundesweiten Anzeigenmarkt für Zeitungen zu einer nach dem Kartellrecht nicht genehmigungsfähigen Marktmacht führen." Auf dem Fernsehmarkt würden Springer und Bertelsmann über ein "wettbewerbsloses Duopol ohne wesentlichen Wettbewerb durch Außenseiter" verfügen; auf dem Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen "erhielte Springer die Möglichkeit, die Stellung der BILD durch werbliche und publizistische medienübergreifende Unterstützung (crossmediale Promotion) weiter abzusichern und damit zu verstärken" , auf dem Anzeigenmarkt für Zeitungen würde die Fusion mit Prosieben/Sat1 "die marktbeherrschende Stellung von Springer auf dem Anzeigenmarkt für Zeitungen weiter absichern". Nun bleibt die Frage, ob die Politik sich zu einer Ministererlaubnis durchringen kann, wie heute die Netzeitung berichtet. Diskussionen im Forum.

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17 Januar, 2006

Springer: Medienmacht verhindert Fusionspläne

--- Heute legt die FAZ nach und beschäftigt sich mit der Frage, weshalb die Fusionspläne von Springer nun vermutlich endgültig scheitern werden. Vor allema ber diskutiert die FAZ noch einmal die Frage nach der Medienmacht. Wie in der Medienwirkungsforschung insgesamt, dürfte auch hier offen sein, wie Macht entsteht und wer sie letztlich besitzt. Dazu die FAZ: "Es ist bei all dem betrüblich zu konstatieren, daß nicht wenige den Rahmen, vor dem sich all dies vollzieht, zu eng stecken. Wenn der Springer-Chef Döpfner davon spricht, daß es bei dieser Fusion nicht um cross-mediale Effekte gehe und auch nicht darum, „Bild-TV” zu machen, sondern sich gegen die Yahoos, Ebay und Googles dieser Welt zu rüsten, können ihm viele - gerade in der Medienpolitik - offenbar nicht folgen, weil ihr Verständnis an nationalen Grenzen endet. Es kommt bei dieser Fusion doch gerade nicht darauf an, eine „nationale” Lösung zu protegieren, sondern zu verstehen, daß die Entwicklung der internationalen Medienbranche über Unternehmen von der Größe, wie sie Springer jetzt besitzt, längst hinweggegangen ist. Es mag zwar schick sein und dem Meinungsmainstream entsprechen, vor der Meinungsmacht Springers zu warnen und diese begrenzen zu wollen. Doch haben weder die Medien- noch die Wettbewerbswächter dafür nicht das richtige Verständnis und auch nicht das richtige Instrumentarium. Denn, wie bitte schön, mißt man „Medienmacht”, die verhindern können soll, daß Springer Pro Sieben Sat.1 bekommt? Warum wird von der Kek die potentielle „Meinungsmacht” von Zeitungen potentiell höher bewertet als jene von Zeitschriften, wie zum Beispiel „Spiegel”, „Stern” oder „Focus”? Das sind Fragen über Fragen, die sich einer juristischen Bewertung werden entziehen können - weil dafür die Zeit nicht bleibt. Wenigstens tun die Chefs der Landesmedienanstalten gut daran, das Votum der Kek in dieser Sache noch einmal zu untersuchen. Auch diesen fünfzehn Aufsehern der Privatsender mochte man bei ihren Entscheidungen über die Jahre immer wieder mal Kleinstaaterei oder betonte Standortinteressen vorwerfen. Doch arbeiten sie wenigstens mit einem verläßlichen rechtlichen Rahmen."

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12 Januar, 2006

Springer: Mitgemacht, Spaß gehabt

--- --- Wann besitzt ein Medienunternehmen Medienmacht? Wann bestimmt ein Medien die Themenagenda, wann wird der Spaß zu ernst? Wenn Springer mit seiner BILD den halben Privat-Fernsehenmarkt aufkaufen will? Spindoktor-Leser, nun seid ihr am Zug: Unter welchen Umständen würdet ihr die Übernahmen von ProSieben/Sat1 durch Springer genehmigen? Als Verhandlungesmasse stehen bereit: Pro Sieben, Sat1, Kabel Eins, N24, Neun live sowie Bild BamS, Welt, WamS, fünf TV-Zeitungen und weiterer Kleinkram. Medien- und Kartellwächter an die Urne! Euer Votum zählt.

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04 Januar, 2006

Springer/ProSieben: Wie geht es weiter?

--- Derzeit dominiert die Medienseiten der großen Tageszeitungen nur noch ein Thema: Die geplante Übernahme der ProSieben/Sat1-Media durch den Springer-Konzern. Die Debatte kocht inzwischen so hoch, dass die gesamte Medienbranche, inklusive Landesmedienanstalten, der Kommission zur Ermittlung des Konzentrationsbedarfs und das gesamte Pressefusionsrecht zur Disposition stehen. Grund genug, die aktuelle Debatte intensiv weiterzuverfolgen.

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22 November, 2005

Pressefusion: Böge stoppt Springer-ProSiebenSat1

--- Mit einer mehr als deutlichen Pressemitteilung hat Bundeskartelamtschef Ulf Böge seine Ablehnung zur geplanten Übernahme von Pro Sieben/Sat 1 Media durch Springer zum Ausdruck gebracht. "Nach bisheriger Einschätzung des Bundeskartellamt wäre der Zusammenschluss der Axel Springer AG (Springer) mit der ProSiebenSat.1 Media AG (ProSiebenSat.1) kartellrechtliche nicht genehmigungsfähig. Betroffen wären von dem Zusammenschluss der Fernsehwerbemarkt, der Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen sowie der bundesweite Anzeigenmarkt für Zeitungen. Bundeskartellamtspräsident Ulf Böge: „Auf den drei betroffenen Märkten würde die Fusion von Deutschlands größtem Zeitungsverlag, der nach eigener Darstellung des Verlags auch international zu den führenden Medienunternehmen zählt, und dem TV-Unternehmen ProSiebenSat.1 nach derzeitiger Einschätzung zu einer nach dem Kartellrecht nicht genehmigungsfähigen Marktmacht führen.“
Zuvor bereits hatte das Kartellamt die Übernahme der Berliner Zeitung durch den Holtzbrinck-Verlag gestoppt. Holtzbrinck besitzt den Tagesspiegel. Die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits angekündigt, dass sie gedenkt, dass Pressefusionsrecht zu überarbeiten und zu modernisieren.
UPDATE: Die Zeit widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema mit kritischen Einwürfen zur Argumentation des Bundeskartellamtes.

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