29 November, 2007

Bild widersetzt sich dem Presserat

--- Die Bild widersetzt sich einem Urteil des Presserates - und das an prominenter Stelle auf Seite 2 der Bild. Unter der Überschrift: "Irre! Presserat rügt BILD wegen dieses Brandstifters", erklärt die Redaktion warum sie es nicht akzeptiert, wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte (Richtlinie 8.4 des Pressekodex) von Khaled el Masri gerügt zu werden. Noch mehr: Die Bild begründet, weshalb sie auch weiterhin der Meinung sein wird - und diese prompt erneut kund tut -, dass el Masri "ein gewalttätiger, bei geringsten Anlässen ausrastender Brandstifter" sei.
Der Presserat hatte einen Bild-Artikel ("Warum lassen wir uns von so einem terrorisieren?") gerügt, Bild berichtete darüber, dass el Masri ein Feuer in einem Supermarkt entfacht hatte. Der Deutsch-Libanesen war 2004 von der CIA nach Afghanistan verschleppt, über Monate festgehalten und vermutlich misshandelt worden.
Die SZ bezeichnet den Bild-Artikel, der letztlich der Abdruck der Rüge ist, als "Diekmanns Irrfahrt" in Anspieleung auf den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.
"Der Deutsche Presserat beschäftigt sich mit unterschiedlichsten journalistischen Gräueln und nach Ziffer 16 seines Pressekodex entspricht es "fairer Berichterstattung ... öffentlich ausgesprochene Rügen abzudrucken, insbesondere in den betroffenen Presseorganen". Als der Geschäftsführer des Selbstkontroll-Gremiums der Printmedien, Lutz Tillmanns, an diesem Donnerstag in die Bild-Zeitung schaute war er "verblüfft, in welcher Form" das Boulevardblatt eine Rüge ins Blatt gehoben hatte. (...)"

Die SZ berichtet, was Bild damals geschrieben hatte:
"Nach einem Brandanschlag auf einen Metro-Markt sitze der "irre Deutsch-Libanese", der als "angebliches Folter-Opfer die Bundesregierung, Parlament und Öffentlichkeit terrorisiert" habe, in einer Psychoklinik und warte auf "sein Gutachten, ob er schuldfähig ist - oder einfach nur irre"."
Der Bildblog kommentiert den Fall natürlich:
"Es ist ja nicht so, als würde die "Bild"-Zeitung vom Presserat gegen sie ausgesprochene Rügen immer nur Monate später ganz verstohlen, möglichst unauffällig im Blatt platzieren. Heute zum Beispiel berichtet "Bild" ziemlich ausführlich und prominent auf der Seite 2 platziert darüber, dass sie vom Presserat wegen ihrer Berichterstattung über Khaled al-Masri gerügt wurde."

Online findet sich der Bild-Artikel übrigens nicht.

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14 Januar, 2006

Vogelgrippe: BILD setzt auf Panik

--- Manches Mal kann man echt an der BILD-Zeitung zweifeln. Da rückt die Vogelgrippe vor nach Zentraleuropa (wobei niemand auch nur annähernd die Dramatik der Sache vorhersagen kann) und BILD titelt: "Vogelgrippe - wo sie jetzt noch Tamiflu bekommen!" So lößt man im Land eine Panik aus. Danke, BILD! Mehr im FORUM.

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12 Januar, 2006

Springer: Mitgemacht, Spaß gehabt

--- --- Wann besitzt ein Medienunternehmen Medienmacht? Wann bestimmt ein Medien die Themenagenda, wann wird der Spaß zu ernst? Wenn Springer mit seiner BILD den halben Privat-Fernsehenmarkt aufkaufen will? Spindoktor-Leser, nun seid ihr am Zug: Unter welchen Umständen würdet ihr die Übernahmen von ProSieben/Sat1 durch Springer genehmigen? Als Verhandlungesmasse stehen bereit: Pro Sieben, Sat1, Kabel Eins, N24, Neun live sowie Bild BamS, Welt, WamS, fünf TV-Zeitungen und weiterer Kleinkram. Medien- und Kartellwächter an die Urne! Euer Votum zählt.

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25 Juli, 2005

Bild rüstet sich

--- Die Bild-Zeitung arbeitet an einem Gratisblatt. In einem Interview mit dem Kontakter sagte Bild-Verlagsgeschäftsführer Nienhaus, sollten Konzerne eine Gratiszeitung auf den Markt bringen, sei der Springer-Verlag gerüstet. In bis zu 15 deutschen Städten könne er sich eine Gratiszeitung vorstellen. Die Verlage versuchen derartige Blätter zu vermeiden, da sie eine Kannibalisierung des Marktes befürchten.

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08 Dezember, 2004

Presserat: Rüge für Bild wegen Kekilli-Berichte

--- Der Presserat hat die Bild-Zeitung für ihre Berichterstattung über die Schauspielerin Sibel Kekilli gerügt. Der Rat rügte einen Verstoß gegen Ziffer 1 des Pressekodex, der Wahrung der Menschenwürde, weil die Bild über die Pornofilm-Vergangenheit Kekillis berichtete, nachdem sie im preisgekrönten Film "gegen die Wand" mitgespielt hatte. "Das öffentliche Interesse deckt eine Form der Berichterstattung nicht, in der die Persönlichkeit der Betroffenen auf das reduziert wird, was man über diese in den Klappentexten der Pornofilmkassetten lesen kann", Urteilten die Wahrer des Pressekodex.

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