17 Dezember, 2007

ARD, Druckerey und mehr: Frohes Fest

--- Die ARD sorgt sich um die Quote bei ihrem Flaggschiff, den Tagesthemen. Es gibt wohl die Sorge, dass der Martanteil auf unter zehn Prozent sinken könnte. Sprache, Aufmachung und Art der Berichte sprechen offenkundig die Zuschauer nicht mehr an. Jetzt soll es eine REform geben. Wir freuen uns darauf!

Der Spiegel sucht weiter einen neuen Chefredakteur. Ob ein Neuer noch vor Weihnachten verkündet wird?

Back to the roots verweisen wir gerne auch mal auf schöne Dinge hin: Etwa die Druckerei-Kunst von Martin Z. Schröder. Er betreibt noch eine echte alte Druckerey und setzt selbst Blei - auch noch Schrifttypen, die es im digitalen Zeitalter gar nicht jehr gibt. Darüber hinaus hat er ganz exquisite Papire. Ein Blick auf seine Seite lohnt sich für jeden, der sich für Mediengeschichte und Druckkunst interessiert.

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16 November, 2007

Kohl-Erinnerungen: Hass auf Spiegel bleibt


--- Helmut Kohl hat heute den dritten Teil seiner "Erinnerungen" in Berlin vorgestellt und damit nicht versäumt, zumindest bei der Präsentation kräftig über die Medien und ihre Kurzatmigkeit zu klagen. Vor allem aber nahm er sich den Spiegel vor, nachdem ein Spiegel-Redakteur eine Frage gestellt hatte. Erst einmal wollte er die Frage nicht beantworten und machte sich dann noch über die Wechselhaftigkeit des Magazins lustig. Vielleicht ändere sich das ja mit dem neuen Chefredakteur, sagte er. Glauben wollte er es aber nicht.

Übrigens: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierses schriftliche Entschuldigung nahm Kohl an. Thierse hatte Kohl in Anspielung auf den Rücktritt von Bundesarbeitsminister Müntefering kritisiert, er habe seine inzwischen verstorbene Frau während ihrer Krankeit vernachlässigt.

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Foto oben: Medienrummel bei der Buch-Präsentation. Es waren mehr als 100 Journalisten anwesend.
Foto rechts: Kohl will den Saal verlassen und braucht Hilfe. In Kürze wird er erneut am Knie operiert. Er hat große Schwierigkeiten, sich zu bewegen.

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Aust geht: Generationenwechsel beim Spiegel

--- Im Urlaub in Asien erfuhr Stefan Aust von seiner Kündigng beim Spiegel. Entgegen seinen Plänen, das Magazin bis 2010 zu leiten, haben die Spiegel-Geschäftsführung und die Gesellschafter entschieden, dass Aust bereits Ende 2008 gehen soll. Niemand rechnet jetzt damit, dass der Chefredakteur seinen "Rest"-Vertrag erfüllen wird. Nachfolger sind auch schon im Gespräch: Neben der unwahrscheinlichen Variante von Giovanni di Lorenzo (Zeit) und Frank Schirrmacher (FAZ) ist auch der ehemalige Washington-Korrespondent der Zeit, Thomas Kleine-Brockhoff im Gespräch, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. In der Regel werden die leitenden Positionen beim Spiegel aber intern besetzt. Hier ist aber offen, wer es sein könnte.
Der Nachfolger wird die Aufgabe haben, den Spiegel wieder zu dem zu machen, was er einmal war: Ein scharfes und spitzes, investigatives Magazin, in das alle Politiker furchtvoll am Sonntag schauen und alle Journalisten nachlesen, was sie wieder einmal verpasst haben. Zu wünschen wäre es dem Blatt.

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28 Oktober, 2007

Spiegel fatal: Pressefreiheit contra Buchtipp

--- Was ist nur los mit dem Spiegel? im aktuellen Heft kürt das Nachrichtenmagazin die 68er zur Titelgeschichte. Hintergrund: Ein Spiegel-Mitarbieter hat ein Buch dazu veröffentlicht. Im hinteren Teil des Heftes findet sich dagegen ein Artikel, der darlegt, dass der Bundestag in Kürze per Gesetz die Pressefreiheit aushebeln wird. Mit der Telekomunikationsüberwachung werde der Informantenschutz verhindert und damit kritischer Journalismus unmöglich, heißt es da. Früher wäre so etwas beim Spiegel die Titelgeschichte gewesen, heute sind es Buchtipps in eigener Sache. Schade.

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28 September, 2007

FTD: Selbst berichten fällt schwer

--- Medien wird gemeinhin zurecht vorgeworfen, sie würden nicht so gut berichten, wenn es um sie selbst geht. In der derzeitigen Debatte um die Übernahme der FTD durch den SPiegel wird dies an einem aktuellen Artikel gut deutlich: "Die geplante Übernahme der „Financial Times Deutschland“ (FTD) durch den Spiegel-Verlag wird zur Hängepartie. Innerhalb des Spiegel wird der Einstieg bei der defizitären Wirtschaftszeitung kontrovers diskutiert. Die Mitarbeiter-KG, die 50,5 Prozent am Spiegel-Verlag hält, konnte sich auf einer Sitzung mit der Verlagsführung am Dienstagabend nicht zu einer Entscheidung durchringen. Dabei wäre der Einstieg vergleichsweise preiswert."
"Vergleichsweise preiswert": Will der Autor seinen Arbeitgeber schlecht machen, ihn anbieten oder ist er sauer darüber, dass es überhaupt zu dem Verkauf kommen wird? In diesem Artikel zitiert die FTD sogar den Hauptkonkurrenten , das Handelsblatt:
„Es gibt noch viele Fragen, die geklärt werden müssen“, sagte ein Beteiligter dem Handelsblatt. " Aber es fand dann doch auch eigene Recherche statt, die sicher im eigenen Haus nicht leicht fällt, weil die Verlage bei den eigenen Titeln oft sehr zugeknöpft sind, es sei denn, sie haben Erfolge zu verkünden. "„Wir diskutieren über die FTD-Übernahme völlig ergebnisoffen.“ Das fünfköpfige Gremium unter Führung des Spiegel-Ressortchefs Armin Mahler vertagte den Beschluss. „In der nächsten, spätestens in der übernächsten Woche treffen wir eine Entscheidung“, hieß es am gestrigen Donnerstag im Hamburger „Spiegel“-Hochhaus. In Verhandlungskreisen wird berichtet, dass die „FTD“ in diesem Jahr noch acht Mill. Euro an Verlusten einfahren wird. Nächstes Jahr sollen die Verluste nach den bisherigen Planungen halbiert werden. Ende 2008 soll die „FTD“ erstmals in ihrer Geschichte die Gewinnschwelle erreichen. Weder der „Spiegel“ noch der „FTD“-Gesellschafter Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) wollte sich am Donnerstag dazu äußern. „Spiegel“-Geschäftsführer Mario Frank und der für die „FTD“ zuständige Gruner-Vorstand Achim Twardy waren nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Gruner + Jahr ist auch am Spiegel-Verlag mit 25,5 Prozent beteiligt."

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