05 August, 2008

Scheinbar anscheinend

--- Manch einer verzweifelt wieder und wieder an Begriffspaaren und deren gleich klingenden aber anders meinenden Bedeutung. Heute erklärt Lisa Walgenbach, wann es "anscheinend" und wann "scheinbar" heißt.

Manche Wörter klingen ähnlich, da sie über einen gemeinsamen Wortbestandteil verfügen. Ihre Bedeutung ist deshalb jedoch keineswegs identisch.

Oftmals werden im alltäglichen Sprachgebrauch das Adverb anscheinend und das Adjektiv scheinbar fälschlicherweise nicht unterschieden. Dabei gilt folgende Differenzierung:

• anscheinend (= dem Anschein nach, möglicherweise, vermutlich, offensichtlich, wahrscheinlich), z. B.
An diesem Sommertag ist es besonders schwül; dunkle Wolken ziehen auf; anscheinend gibt es ein Gewitter.
Der Fußballspieler fasste sich während des Trainings plötzlich an sein linkes Fußgelenk und humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz; anscheinend hatte er sich eine Verletzung zugezogen.

• scheinbar ([nur] zum Schein, nicht in Wirklichkeit), z. B.
Scheinbar bewegt sich die Sonne um die Erde.
Die Sonne versinkt abends scheinbar im Meer.

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05 Mai, 2008

Rechtschreibung: Balettänzer und See-Elefanten

--- Lisa Wlagenbach erklärt heute:

Dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zufolge, das am
1. August 2007 in Kraft getreten ist, bleiben in zusammengesetzten Wörtern
die Buchstaben aller Bestandteile selbst dann erhalten, wenn drei gleiche Konsonanten aufeinanderfolgen, z. B.

alte Schreibweise neue Schreibweise
See-Elefant Seeelefant/See-Elefant
Ballettänzer Balletttänzer/Ballett-Tänzer
Ausschußsitzung Ausschusssitzung/Ausschuss-Sitzung

a) Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen werden – einer Analyse der von ihnen herausgegebenen Wörterlisten zufolge - in zusammengesetzten Wörtern, in denen drei gleiche Vokale aufeinanderfolgen, in der Regel einen Bindestrich einfügen,
z. B. See-Elefant, Tee-Ei, Hawaii-Insel,
vgl. www.die-nachrichtenagenturen.de

b) Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen werden – einer Analyse der von ihnen herausgegebenen Wörterlisten zufolge – zusammengesetzte Wörter, in denen drei gleiche Konsonaten aufeinanderfolgen, in der Regel zusammenschreiben, z. B. Balletttänzer, Ausschusssitzung, Betttuch, Schlusssatz,
vgl. www.die-nachrichtenagenturen.de.

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05 November, 2007

Rechtschreibung: Fehlerquelle "andere" und "beide"

--- Dieses Mal erklärt Lisa Walgenbach, wie sich zwei verbreitete Fehlerquellen der neuen Rechtschreibung vermeiden lassen:

Eine häufige Fehlerquelle stellen die Wörter and(e)re und beide dar, da viele Schreibenden dazu neigen, diese großzuschreiben, wenn sie nicht eindeutig attributiv, also als Beifügung zu einem Substantiv verwendet werden,
z. B. eine andere Meinung, die beiden Teilnehmer.

Hier gelten folgende Grundregeln:

and(e)re

Im Allgemeinen wird and(e)re kleingeschrieben; dies gilt auch bei Substantivierungen, z. B.

der, die, das and(e)re
eine, keine, jeder, alles and(e)re
der eine, der and(e)re
und and(e)re, und and(e)res (Abk. u. a.)
und and(e)re mehr (Abk. u. a. m.)
unter and(e)rem (Abk. u. a.)
zum einen, ... zum anderen

Groß- und Kleinschreibung ist zulässig

• in der Fügung etwas and(e)res/And(e)res (bisher nur: etwas and(e)res)

• wenn and(e)re/And(e)re im Sinne von etwas Andersartiges/Neues/Fremdes verwendet wird, z. B.
Die Begegnung mit dem And(e)ren, auch: and(e)ren (z. B. der anderen Kultur)


beide

Man schreibt beide grundsätzlich klein. Dies gilt auch, wenn beide stellvertretend für ein Substantiv steht, z. B.
Die beiden wurden am Tatort gesehen.

dies beides, dieses beides
beides, alles beides, alle beide
einer von euch beiden
für euch beide
wir beide (seltener: wir beiden)
ihr beiden (auch: ihr beide)
sie beide (als Anrede: Sie beide)
uns, euch, ihnen beiden
uns, euch, sie beide

Im Zuge der Orthografiereform neu eingeführt wurde die Schreibung beide Mal (bisher: beidemal), z. B.
Sie sind beide Mal zu spät gekommen.

Weiterhin Gültigkeit behält die Schreibung beide Male.

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13 Oktober, 2007

Rechtschreibung: Die achtziger Jahre und andere

--- Eine der kniffligsten Fragen (ich jedenfalls frage mich das immer wieder und das Rechhtschreibprogramm von "Word" behandelt alle Variantenimmer wieder als falsch) bei der neuen Rechtschreibung behantwortet heute für uns Lisa Walgenbach: Wie lautet die korrekte Schreibweise, wenn es darum geht ein Jahrzehnt zu benennen? Hier ist die Antwort:

Wenn es darum geht, ein Jahrzehnt zu benennen, bietet das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung seit der Umsetzung der Orthografiereform am 1. August 2007 den Schreibenden die Möglichkeit, unter folgenden Varianten zu wählen, so z. B.:
• achtziger Jahre, in Ziffern ausgedrückt: 80er Jahre
• Achtzigerjahre, in Ziffern ausgedrückt: 80er-Jahre

Verbindungen des Typus 1980er Jahre u. Ä., wie sie häufig von Schreibenden verwendet werden, sind nicht falsch, wohl aber unüblich.

Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen, die am 1. August 2007 die vom Rat für deutsche Rechtschreibung überarbeiteten Orthografieregeln einführten, verwenden die Variante 80er Jahre, vgl. www.die-nachrichtenagenturen.de.

Diskussionen im FORUM

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28 August, 2007

Rechtschreibung: so viel und soweit

--- Ja, ja, die Rechtschreibung. Lisa Walgenbach erklärt heute, wie es sich mit der Schreibweise von Verbindungen aus so bzw. wie und einer Form von viel verhält:

Seit der Umsetzung der Orthografiereform am 1. August 1998 gilt folgende Regel, mit der eine häufige Fehlerquelle beseitigt wird:

Verbindungen aus so bzw. wie und einer Form von viel schreibt man getrennt (analog zu so viele und wie viele), z. B.

Alt: Es gab soviel Regen, dass ... NEU: Es gab so viel Regen, dass ...
Alt: Es gab so viele Regentage, dass ... NEU: Es gab so viele Regentage, dass ...

Alt: Ich weiß, wieviel Wein er bestellt hat. NEU: Ich weiß, wie viel Wein er bestellt hat.
Alt: Ich weiß, wie viele Flaschen Wein er bestellt hat. NEU: Ich weiß, wie viele Flaschen Wein er bestellt hat.

Es scheint der Aufmerksamkeit vieler Schreibender entgangen zu sein, dass demzufolge das Fragepronomen wie viel getrennt geschrieben wird, z. B.
Wie viel Geld haben Sie bei sich?


Die mehrteilige Konjunktionen soviel, die einen Nebensatz einleitet,
wird weiterhin zusammengeschrieben, z. B.
Soviel ich weiß, ...

Die Orthografiereform bringt somit die Schreibweise der Verbindung aus so und einer Form von viel in Einklang mit Verbindungen desselben Typus, z. B.
Ich habe so viel gearbeitet, dass ...
Soviel ich weiß, ...

Ich bin so weit gelaufen, dass ...
Soweit ich weiß, ...

Ich habe so lange im Ausland gearbeitet, dass ...
Solange ich im Ausland gearbeitet habe, ...

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23 Juni, 2007

Rechtschreibung: der Doppelpunkt

--- Lisa Walgenbach erklärt heute, welche Folgen der Doppelpunkt provoziert:

Die Frage der Groß- und Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt stellt
viele Schreibende vor Schwierigkeiten und nicht wenige
entscheiden sich (fälschlicherweise) grundsätzlich für die Großschreibung.
Hierbei sind folgende Grundregeln zu beachten.

Zur Groß- und Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt

Nach dem Doppelpunkt wird das folgende Wort großgeschrieben, wenn es

1. Bestandteil einer wörtlichen Rede ist, z. B.
Der Polizist rief: „Sofort anhalten!“

2. sich um ein Substantiv (a) bzw. einen Eigennamen (b) handelt, z. B.
(a) Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Arbeitsbericht, Diskussion und Verschiedenes.
(b) Zu den Studiogästen zählen: Boris Becker, Oliver Kahn und Michael Schumacher.

3. Bestandteil eines Ganzsatzes ist, z. B.
Dosierungsanleitung: Man nehme dreimal täglich 20 Tropfen auf ein Glas Wasser.

Demnach wird das dem Doppelpunkt folgende Wort kleingeschrieben, wenn es
sich nicht um ein Substantiv bzw. Eigennamen handelt und zugleich Bestandteil
einer Ausführung ist, die grammatikalisch nicht als Ganzsatz gilt, z. B.
Dosierungsanleitung: dreimal täglich 20 Tropfen auf ein Glas Wasser.

Oftmals lässt sich nicht zweifelsfrei klären, ob die Ausführung, die dem
Doppelpunkt folgt, als eigenständiger Ganzsatz aufzufassen ist oder vielmehr ein
Satzglied des Textes darstellt, der vor dem Doppelpunkt steht. Dabei erweist sich
folgendes Verfahren als hilfreich: Kann anstelle des Doppelpunktes ein
Gedankenstrich oder ein Komma gesetzt werden, liegt es im Ermessen der
Anwender/-innen, das dem Doppelpunkt folgende Wort groß- oder
kleinzuschreiben, z. B.
Er schaute zufrieden in den Garten: Alles (auch: alles) wuchs und gedieh.
(Denn es wäre auch möglich zu schreiben: Er schaute in den Garten – alles
wuchs und gedieh.)

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04 Juni, 2007

Groß- und Kleinschreibung

--- Lisa Walgenbach erklärt heute die Groß- und Kleinschreibung der vertraulichen Anredepronomen (Anredefürwort) Du/du:

Seit der Umsetzung der Orthografiereform am 1. August 1998 galt folgende Regel, die nicht nur bei vielen Schreibenden, sondern auch bei den deutschsprachigen Nachrichtenagenturen auf Ablehnung stieß: Die Anredepronomen du und ihr mussten ebenso wie ihre zugehörigen Possesivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort) dein und euer nunmehr auch in Briefen, Widmungen, Fragebogen u. Ä. kleingeschrieben werden.

Die Kritiker/-innen argumentierten damit, dass sie durch die Großschreibung der vertraulichen Anredepronomen und ihrer zugehörigen Possesivpronomen den Personen, die sie duzen, denselben Respekt entgegenbringen möchten wie denen, die sie siezen.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat die umstrittene Regel überarbeitet.
Seit dem 1. August 2006 können die vertraulichen Anredepronomen du und ihr ebenso wie ihre zugehörigen Possesivpronomen dein und euer in Briefen sowohl groß- als auch kleingeschrieben werden.

Beispiel:
Lieber Peter,
wir freuen uns, wenn du/Du uns am Wochenende besuchst. Wir planen, mit Dir/dir in den Zoo zu gehen.
Liebe Grüße
Dein/dein Onkel Klaus

In allen übrigen Textsorten müssen die vertraulichen Anredepronomen du und ihr sowie die entsprechenden Possessivpronomen dein und euer kleingeschrieben werden, so auch bei der Wiedergabe von Ansprachen.

Beispiel:
Liebe Parteifreunde und –freundinnen, wir sind heute zusammengekommen, um dir, lieber Fritz, zu deinem Geburtstag zu gratulieren und dich mit diesem Geschenk zu erfreuen.

Ungeachtet aller Regeländerungen, die seit der Umsetzung der Orthografiereform am 1. August 1998 vorgenommen wurden, müssen die Höflichkeitsanrede Sie und das entsprechende Possessivpronomen Ihr samt seiner flektierten (gebeugte) Formen stets großgeschrieben werden.

Beispiel:
Habe ich richtig verstanden, dass Sie Ihr Vermögen bereits zu Lebzeiten Ihrer Tochter und Ihrem Sohn übertragen haben?

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06 Mai, 2007

Anführungszeichen und neue Rechtschreibung

--- Lisa Walgenbach erklärt heute die Anführungszeichen in Verbindung mit anderen Satzzeichen:

Die Rechtschreibreform sorgt im Zusammenhang mit der wörtlichen Rede für folgende Neuregelung der Zeichensetzung:

Wenn nach dem wörtlich wiedergegebenen Text der Begleitsatz
(übergeordnete Satz) folgt (a) oder weitergeführt (b) wird,
ist nach dem Schlusszeichen ein Komma zu setzen, z. B.

a) „Überprüfen Sie sofort die Gasleitung!“, ordnete er an.
„Haben Sie den Wohnungsschlüssel schon wieder vergessen?“, schrie er.

Die wörtliche Rede verfügt in diesen Fällen über den grammatischen Status eines satzwertigen Satzgliedes, das anstelle eines Akkusativobjektes steht, und muss daher durch Komma von dem nachfolgenden Begleitsatz abgetrennt werden.

b) Er schrie: „Überprüfen Sie sofort die Gasleitung!“, und rannte ins Freie. Sie rief: „Weshalb haben Sie den Wohnungsschlüssel schon wieder vergessen?“, und sah ihre Nachbarin missbilligend an.

Auch hier besitzt die wörtliche Rede, die von dem Begleitsatz umschlossen wird, den grammatischen Status eines satzwertigen Satzgliedes und muss daher von diesem
durch Komma abgetrennt werden. (oder: ... Satzgliedes. Sie muss daher durch Komma von
diesem abgetrennt werden.)

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06 April, 2007

Rechtschreibung: Genitiv S

--- Lisa Walgenbach erklärt heute den Aprostroph und die Kennzeichnung des Genitivs. Diesmal geht es leider um eine Verhunzung der deutschen Sprache:

Wer aufmerksam durch deutsche Fußgängerzonen spaziert, kann sie zuhauf beobachten: Benennungen des Typus Rudi’s Resterampe, Verona’s Nailstudio, Melanie’s Frisierstübchen zieren Läden wie Restaurants und sollen - jeweils mit Apostroph geschrieben - das Interesse potenzieller Kunden/-innen wecken. Dies verleitet viele Schreibende dazu, in ihren Texten den Genitiv (= Wesfall) von Namen nach demselben Muster zu bilden. Dabei wird im Deutschen normalerweise vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt (z. B. Peters Buch). Auch bei Abkürzungen ist der Apostroph nicht zulässig (z. B. der Fahrer des Lkws).

Der Apostroph steht vielmehr zur Kennzeichnung des Genitivs von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z und x enden und keinen Artikel o. Ä. bei sich führen (z. B. Thomas‘ Buch, Grass‘ Werke, Saßnitz‘ Hafen, Franz‘ Auto, Max‘ Handy). Was im Englischen korrekt ist (z. B. Peter’s book), war im Deutschen vor der Orthografiereform nicht zulässig. Seither kann der Apostroph zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens verwendet werden
• vor der dem Genitiv-s (z. B. Rudi’s Resterampe, Andrea’s Frisierstube zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
• vor der Adjektivendung -sch (z. B. der Ohm’sche Widerstand, neben: der ohmsche Widerstand)

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24 Februar, 2007

Wie war das mit den elektronischen Nachrichten?

--- E-mail, e-Mail, E-Mail, e-mail oder email – wie lautete die korrekte Schreibweise im Deutschen? Lisa Walgenbach hilft:

Die orthographische Phantasie kennt kaum Grenzen, wenn es auf deutschen Visitenkarten darum geht, die Kurzform von Electronic Mail (zu Deutsch: elektronische Post) anzugeben. Dabei lautet die einzig korrekte Schreibweise im Deutschen E-Mail – aus folgenden Gründen:

In Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben muss zwischen dem Einzelbuchstaben und der übrigen Zusammensetzung ein Bindestrich gesetzt werden (analog zu B-Probe, U-Bahn, T-Shirt etc.). Da es sich bei dem Grundwort Mail (zu Deutsch: die Post) um ein Substantiv handelt, ist dieses großzuschreiben.

Darüber hinaus sind viele Schreibende unsicher hinsichtlich des Genus von E-Mail. Bei der Artikelbestimmung von Fremdwörtern erweist sich folgendes Verfahren als hilfreich: Stammt das Wort aus einer Fremdsprache, die – wie das Englische - für alle Substantive einen einheitlichen Artikel vorsieht, der das Genus nicht anzeigt, erhält es den Artikel seiner deutschen Übersetzung (alternativ: erhält es den Artikel, den seine deutsche Übersetzung kennzeichnet.) Da das deutsche Wort für Mail weiblich ist (die Post), ist der das weibliche Genus kennzeichnende Artikel die korrekt, also die E-Mail.

Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Sprachraum ist es verbreitet, das Wort E-Mail in Verbindung mit dem Artikel das zu verwenden, also das E-Mail. Die einschlägigen Wörterbücher tragen dieser Tradition Rechnung, indem sie den ihn als Variante für zulässig erklären.

Bei vielen Schreibenden wirft das Wort E-Mail-Adresse die Frage nach der korrekten Verwendung des Bindestrichs auf. Hier gilt folgende Regel: Wenn in einer mehrteiligen Zusammensetzung eine Zusammensetzung mit Bindestrich auftritt, ist zwischen allen Bestandteilen der Bindestrich zu setzen (analog zu U-Bahn-Station).

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04 Februar, 2007

Kommasetzung beim Infinitiv

--- Lisa Walgenbach sei Dank, erklären wir heute die Kommasetzung bei Infinitivgruppen. Wer bisher instinktiv richtig gelegen hat oder noch die alten Regeln aus Schulzeiten auswendig beherrrscht, sollte einen Blick auf die Regeln der Neuzeit legen:

Es ist freigestellt, Infinitivgruppen durch ein Komma abzutrennen bzw.
zwischen Kommas einzuschließen, z. B.
Sie nahm sich vor(,) regelmäßig Sport zu treiben.
Er versuchte(,) das Feuer zu löschen(,) und erlitt dabei eine Rauchvergiftung.

Um die Gliederung des Gesamtsatzes zu verdeutlichen und Missverständnisse zu vermeiden, kann es jedoch zweckmäßig sein, die Infinitivgruppe durch Komma abzugrenzen, z. B.
Wir raten ihm, kein Geld zu geben.
Wir raten, ihm kein Geld zu geben.

Ausnahmen:
Infinitivgruppen sind durch Komma abzutrennen, wenn sie

a) mit um, ohne, (an)statt, außer oder als eingeleitet werden, z. B.
Ich ging auf den Markt, um frisches Gemüse zu kaufen.
Das Kind überquerte die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten.
Er schaute sich einen Spielfilm im Fernsehen an, anstatt seine Hausaufgaben zu machen.
Die Passanten konnten dem Unfallopfer nicht helfen, außer die Polizei zu verständigen.
Ihr blieb nichts anderes übrig, als den Fehler zuzugeben.

b) von einem Substantiv abhängen, z. B.
Er fasste den Plan, zweimal pro Woche zu joggen.
Sie äußerte den Wunsch, in die Toskana zu reisen.

Wenn ein einfacher Infintiv vorliegt, können die Kommas entfallen, sofern keine Missverständnisse entstehen, z. B.
Er fasste den Plan(,) zu joggen.
Sie äußerte den Wunsch(,) zu reisen.

c) von einem Korrelat oder Verweiswort abhängen, z. B.
Unserem Unternehmen liegt daran, in den nächsten fünf Jahren
zu expandieren.
Bettina liebt es, im Meer zu schwimmen.


Wenn ein einfacher Infintiv vorliegt, können die Kommas entfallen, sofern
keine Missverständnisse entstehen, z. B.
Unserem Unternehmen liegt daran(,) zu expandieren.
Bettina liebt es(,) zu schwimmen.

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08 Dezember, 2006

Der Apostroph und die Kennzeichnung des Genitivs

--- Hier wieder einige Rechtschreibregeln, präsentiert von Lisa Walgenbach:
Wer aufmerksam durch deutsche Fußgängerzonen spaziert, kann sie zuhauf beobachten: Benennungen des Typus Rudi’s Resterampe, Verona’s Nailstudio, Melanie’s Frisierstübchen zieren Läden wie Restaurants und sollen - jeweils mit Apostroph geschrieben - das Interesse potenzieller Kunden/-innen wecken. Dies verleitet viele Schreibende dazu, in ihren Texten den Genitiv (= Wesfall) von Namen nach demselben Muster zu bilden. Dabei wird im Deutschen normalerweise vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt (z. B. Peters Buch). Auch bei Abkürzungen ist der Apostroph nicht zulässig (z. B. der Fahrer des Lkws).
Der Apostroph steht vielmehr zur Kennzeichnung des Genitivs von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z und x enden und keinen Artikel o. Ä. bei sich führen (z. B. Thomas‘ Buch, Grass‘ Werke, Saßnitz‘ Hafen, Franz‘ Auto, Max‘ Handy). Was im Englischen korrekt ist (z. B. Peter’s book), war im Deutschen vor der Orthografiereform nicht zulässig. Seither kann der Apostroph zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens verwendet werden
· vor der dem Genitiv-s (z. B. Rudi’s Resterampe, Andrea’s Frisierstube zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
· vor der Adjektivendung -sch (z. B. der Ohm’sche Widerstand, neben: der ohmsche Widerstand)

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27 Oktober, 2006

Lisa Walgenbach: Zur Zeit oder zurzeit?

--- Heute erklärt Lisa Walgenbach, was es mit den Worten zurzeit und Zur Zeit auf sich hat. Lest die Erklärung der Sprachwissenschaftlerin HIER.

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27 September, 2006

Neue Rechtschreibung: Kommasetzung

---Zur Kommasetzung zwischen zwei Adjektiven, erklärt Lisa Walgenbach heute:
"Viele Schreibende zeigen sich unsicher hinsichtlich der Kommasetzung zwischen zwei Adjektiven, z. B. eine schnelle, zuverlässige Hilfe; aber: der trockene französische Rotwein. Diese richtet sich danach, ob beide Adjektive als gleichrangig gelten oder das erste Adjektiv die nachfolgende Fügung genauer bestimmt.
In der Praxis hat sich ein Verfahren bewährt, mit dessen Hilfe die Schreibenden schnell und zuverlässig klären können, welcher der beiden Fälle vorliegt.
Lässt sich zwischen den Adjektiven die Konjunktion und sinnvoll einfügen, gelten diese als gleichrangig und werden durch ein Komma voneinander getrennt, z. B. eine schnelle, zuverlässige Hilfe (= eine schnelle und zuverlässige Hilfe).
Erweist sich das Einsetzen der Konjunktion und hingegen als nicht sinnvoll, entfällt das Komma. So gilt in dem Beispiel der trockene französische Rotwein der französische Rotwein als Einheit, die durch das Adjektiv trocken näher bestimmt wird.
Gelegentlich kann das Komma den Sinn des Satzes verändern. Dann ist es Aufgabe der Schreibenden, ihre Aussageabsicht zu verdeutlichen, z. B. die oberen zerstörten Stockwerke (= die unteren sind ebenfalls zerstört), aber: die oberen, (und zwar) zerstörten Stockwerke
(= nur die oberen Stockwerke sind zerstört)."
Alles kompakt noch einmal HIER.

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13 Juli, 2006

Rechtschreibung: Online Wissen testen

--- Mit der deutschen Rechtschreibung ist es so eine Sache: Kaum einer weiß wirklich noch, was vom Alten geblieben ist und was das Neue verlangt. Wer sein Können testen will, dem empfehlen wir die Seite Korrekturen.de. Dort finden sich ein guter Online-Test und einiges mehr zur Rechtschreibung.

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06 April, 2006

Rechtschreibreform: Seminare mit Lisa Walgenbach

--- Nun also gilt die neue Rechtschreibung und löst entsprechenden Beratungs- und Lernbedarf aus. Zu den wohl renommiertesten Lehrerinnen gehört Lisa Walgenbach, die auf diesen Seiten bereits die "alte" neue Rechtschreibung präsentiert hat. in Kürze wird sie auch die neuen Regeln vorstellen; wir empfehlen professionellen Nutzern der deutschen Sprache dennoch, Ihre Seminare zur Vertiefung zu besuchen. Anbei eine OTS-Pressemitteiluhng für Seminartermine mit ihr, die die DPA-Tochter news aktuell anbietet: "Die Teilnehmerzahl je Termin ist aufmaximal 16 Personen begrenzt. Die Termine:
8. Mai in Frankfurt
15. Mai in Köln
23. Mai in München
31. Mai in Hamburg
8. Juni in Berlin
Die Teilnehmer des Seminars erhalten von der Referentin LisaWalgenbach einen Überblick über das Reformwerk. Sie erfahren, wie sieein Gefühl für die neuen Schreibweisen entwickeln. Lisa Walgenbachbeleuchtet weiterhin die Ziele, den Umfang und die Bedeutung der Rechtschreibreform. Die neuen deutschen Rechtschreibregeln werdenabschließend ausführlich erläutert: Worttrennung, Zeichensetzung, Fremdwortschreibung, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- undZusammenschreibung oder die Verwendung des Bindestriches. Mehr Informationen und Anmeldungen zu diesem Workshop unter http://mediaworkshop.newsaktuell.de/workshop.htx?id=638"

Kontakt zu Lisa Walgenbach kann über unsere Seite aufgenommen werden.

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28 Februar, 2006

Rechtschreibung:Empfehlungen übergeben

--- Nun ist es soweit: Der Rat für Rechtschreibung hat seine Vorschläge unterbreitet, die einen Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegner der Rechtschreibreform ermöglichen sollen. Doch die Kritiker wollen nicht so recht: Die FAZ, die gleich die alte Rechtschreibung beibehalten hat, spricht heute von einem "Kuhhandel". "Was steht nun in den Empfehlungen des Rechtschreibrats? Zum Beispiel, daß Wortverbindungen wie „kennenlernen” und „kleinschneiden” auch „kennen lernen” und „klein schneiden” geschrieben werden können. Daß es „querlesen”, aber „quer liegen” heißen muß. Daß „Freestyle” und „Hightech” zusammen, aber „Round Table” auseinander geschrieben wird. Daß „Leid tun” gestrichen wird, aber „Rad fahren” bleibt. So will es angeblich der „existierende Gebrauch”, das „Akzentmuster”, die Sprachpraxis.
Wer aber definiert diese Praxis? Das waren, wie Zehetmair einräumte, die Mitglieder des Rates für Rechtschreibung: achtzehn Deutsche, je neun Österreicher und Schweizer, je ein Vertreter aus Südtirol und Liechtenstein. In strittigen Fragen wurde mit Zweidrittelmehrheit entschieden. Beim „Round Table” etwa gaben die Schweizer Stimmen den Ausschlag, und auch „kennen lernen” geht auf Schweizer Wünsche zurück.
Es gab, mit anderen Worten, einen Kuhhandel um die deutsche Rechtschreibung, einen Interessenausgleich, wie er auch in anderen Kommissionen üblich ist. Damit hat der Rat den Geburtsfehler der Rechtschreibreform fortgeschrieben. Nicht die Sprachgemeinschaft, sondern ein supranationales Gremium hat festgelegt, wie die deutsche Sprache zu handhaben sei. Dessen Empfehlungen mögen von Fall zu Fall vernünftig sein, als Ganzes sind sie ein Unding, ein Octroi."

Wenn die Regeln verbindlich werden sollten - womit im Frühjahr gerechnet wird - wird auf dieser Seite Lisa Walgenbach die neuen Regeln im Detail erklären.

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