29 Oktober, 2007

Al Gore beschimpft Medien

--- Der Friedensnobelpreisträger, engagierte Klimaschützer und ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Al Gore, hat bei seinem Deutschland-Besuch die Medien beschimpft. Bei einem Abendessen des Energieversorgers EnBW kritisierte Gore, dass die Medien viel zu oft über Belangloses berichten würden, nicht aber über die wirklich wichtigen Dinge, etwa den Klimawandel. Wichtiger sei es oft, über Britney Spears oder andere Promis und deren Probleme zu schreiben. Gore bezeichnete dies als "Degradierung der Demokratie" und sprach von einer "Krise der Demokratie", weil Journalisten den Klimawandel anzweifeln würden, obwohl er offensichtlich sei.
Da stellt sich die Grundsatzfrage: Haben die Medien der Politik zu dienen und in ihrem Sinne Funktionen zu erfüllen oder sind sie eigenständige Systeme?

Diskussionen im FORUM

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23 September, 2005

Die Macht der Medien

--- Nachdem der Kanzler am Wahlabend kräftig auf die Medien eingeschlagen hat, wollen wir uns ein wenig intesiver mit der Berichterstattung auseinandersetzen - so platt die Kritik der Mediemacht und Medienmanipulation auch gewesen sein mag. Im Spindoktor schreiben wir ja schon regelmäßig zur Manipulation - allerdings von Seiten der Politiker und Spindoktoren.
Heute also die Medien. Dazu fallen die Schlagzeilen des Tages auf. Gestern trafen sich Angela Merkel, Edmund Stoiber, Gerhard Schröder und Franz Müntefering zu ersten Sondierungsgescprächen in der Parlamentarischen Gesellschaft gegenüber des Reichstags. Rund 100 Journalisten und nindestens so viele Touristen und Schaulustige säumten den Platz. Danach gab es Pressestatements. Haben danach die Zeitungen alle das gleiche berichtet? Ein Blick auf die Überschiften verrät auf jeden Fall schon einmal, dass es mit der Neutralität der Medien so eine Sache ist und die Schlagzeile eher zur Kommentierung genutzt wird. "Die Zeichen stehen auf große Koalition", titelt die Süddeutsche; "Merkel und Schröder bleiben im Gespräch" das Handelsblatt. "Merkel und Schröder geben nicht nach - weitere Gespräche vereinbart", schreibt die FAZ; "Machtpoker um die große Koalition beginnt", die Welt. Und die Bild schreibt: "Ich, Gehard, Julius Caesar."

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15 April, 2005

SPD kritisiert Medien

--- Unter den Sozialdemokraten gibt es seit geraumer Zeit Kritik über die Art und Weise, wie Medien über die Arbeit der Regierung berichten. Jetzt hat auch Parteichef Franz Müntefering in seiner Grundsatzrede zur Rolle des Staates die Kritik erneuert. "Gesellschaftliche Macht gibt es auch außerhalb der durch Wahlen legitimierten Mehrheiten, ein Beispiel sind die Medien. Sie können der Demokratie dienlich sein oder auch nicht. Das Gelingen der Demokratie ist in hohem Maße abhängig vom Wissen, der Orientierung, der Urteilsfähigkeit und der demokratischen Integrität der Bevölkerung. Das müssen die Medien bedenken." Kurz darauf wird er noch konkreter: " Aufklärung setzt in dieser Gesellschaft auch Medienkompetenz voraus, die Fähigkeit, die Flut von Informationen und Meinungen zu gewichten und zu ordnenund daraus eine eigene Position zu entwickeln. Dabei hilft Medienvielfalt (nicht -beliebigkeit), also freie, qualifizierte Medien, die Demokratie stärken und nicht mit dem Frust an Demokratie spielen, um mehr Auflage oder Quote zu machen. Öffentlichkeit ist in Zeiten der Aufklärung entstanden. Es ist gemeinsame Aufgabe aller, Öffentlichkeit auch weiterhin als einen Ort der Aufklärung zu gestalten." Derzeit arbeitet die Partei an einem neuen Grundsatzprogramm. Dazu existiert auch bereits ein Impulspapier, wie es so schön heißt, zur Medienpolitik. Darin heißt es: "Freiheit der Berichterstattung und Medienvielfalt sind unabdingbare Voraussetzungen für die Demokratie, denn diese ist die Basis für qualitativen, ausgewogenen und kritischen Journalismus. Dafür werden wir die kulturelle und publizistische Unabhängigkeit der Medien vom Staat sowie mächtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sicherstellen." Offenkundig spielt der Staat aber dabei ein herausragende Rolle. "Ein wichtiges und bewährtes Element der Medienvielfalt ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk, den wir – den neuen Herausforderungen entsprechend – fördern und weiterentwickeln wollen. Der Staat sieht sich weiterhin in der Verantwortung, die Rundfunk- und Pressefreiheit sowie die Qualität der Medien und des Journalismus zu erhalten und zu stärken. Das geht nur über eine starke Rolle der öffentlich-rechtlichen Anstalten, weil sie im Sinne ihres Auftrages für die Qualitätssicherung zuständig sind. Sie haben nach wie vor die Aufgabe der Meinungsbildung und Information."

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