31 Juli, 2007

Medien: Angst vor den "Heuschrecken"

--- Die SPD-Medienkommission hat vorgeschlagen, dass Finanzinvestoren aus dem Ausland künftig nur noch maximal 25 Prozent an deutschen Medienunternehmen übernehmen dürfen. Die Gewerkschaft DJV jubelt: "Ich freue mich", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, "dass die Politik jetzt die von uns bereits erhobene Forderung ernsthaft diskutiert." Die aktuellen Vorgänge bei Sat.1 zeigten, dass der Einfluss von Finanzinvestoren begrenzt werden müsse. "Die überzogenen Renditeerwartungen der ProSiebenSat.1-Eigentümer KKR und Permira kosten auf jeden Fall 78 Jobs bei Sat.1 in Berlin", sagte Konken. Völlig offen sei die Zukunft der Beschäftigten bei der Produktionsfirma PSP, die der ProSiebenSat.1-Vorstand verkauft wolle"

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04 Mai, 2006

DJV: Schwarzliste zu Arbeitsbedinungen

--- Die Gewerkschaft der Journalisten, der DJV, sorgt sich seit geraumer Zeit über die Tarifbedinungen für Journalisten. Etliche Verlage versuchen, die Personalkosten zu senken und lagern ganze Redaktionsteile aus. Die firmieren dann in einer GmbH und werden vom Verlag engagiert, aber zu günstigeren Konditionen für den Verlag. Jetzt hat der DJV eine Schwarz-Liste veröffentlicht. Danach wenden mehr als 50 Zeitungen außertarifliche Praktiken an, darunter die WAZ, Springer und vor allem weitere Regionalzeitungen.

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03 Mai, 2006

Presse in Freiheit: Ernstes und skurrile Blüten

--- Zum Welttag der Pressefreiheit fühlen sich etliche in der Republik berufen, sich zu Wort zu melden. Zum Beispiel der Presserat: Er fordert einen besseren gesetzlichen Schutz der journalistischen Arbeit vor staatlichen Eingriffen, so wie es FDP und Grüne in ihren Gesetzentwürfen jetzt fordern [„Gesetz zum Schutz vonJournalisten und der Pressefreiheit in Straf- und Strafprozessrecht“(Bündnis 90/Die Grünen) „Gesetz zurSicherung der Pressefreiheit“ (FDP)]. „Auch nach fast sechs Jahrzehnten der Demokratie in Deutschland ist die Pressefreiheit immer wieder neuen Angriffen ausgesetzt“, erklärte ein Sprecher des Presserats. Er verwies auf jüngste Vorfälle wie die Durchsuchung der „Cicero“-Redaktion und dieÜberwachung der Telekommunikation von Journalisten in Dresden und Wolfsburg. Mehr als 150 Überwachungsfälle habe es in den letzten 20 Jahren gegeben. „Es liegt die Vermutung nahe, dass es dem Staat vor allem darum geht, Lücken im eigenen System aufzuspüren“, sagte Geschäftsführer Lutz Tillmanns. Bisher habe sich kein Verdacht ­erhärtet. Auch der Verband Deutscher Zeitungsverleger fordert von der Bundesregierung, den Straftatbestand des Dienstgeheimnisverrates abzuschaffen, um so einen wirksamen Informanten- und Quellenschutz zugewährleisten.
Laut Reporter ohne Grenzen wurden vergangenes Jahr mindestens 63 Journalisten und 5 Mitarbeiter weltweit getötet. Das gefährlichste Land bleibt der Irak. Gleichzeitig gab es heute eine Positiv-Meldung aus dem Jemen, wie Reuters berichtet: "Die jemenitischen Behörden haben am Dienstag das Verbot von drei Zeitungen wieder aufgehoben, die die umstrittenen Mohammed-Karikaturen nachgedruckt hatten. Der englischsprachige „Yemen Observer“ sowie die Blätter„al-Hurrija“ und „al-Rai al-Am“ dürften einerKabinettsentscheidung zufolge wieder erscheinen, erklärte ein Regierungsvertreter. Die drei im Februar wegen der Verunglimpfung des Islams angeklagten Journalisten müssten sichaber trotzdem vor Gericht verantworten, fügte er hinzu."
Dagegen hat sich der Deutsche Journalistenverband gestern lächerlich gemacht: Die Gerwerkschaft zeichnete die Berliner Zeitung mit dem Preis der Pressefreiheit aus. Begründung: „Das mutige und engagierte Eintreten der Redaktion gegen die Übernahme des Berliner Verlags durch ein ausländisches Finanzkonsortium“. Ach ja, die bösen Heuschrecken ...

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24 April, 2006

DJV: Journalistenausbildung in der Krise?

--- Was soll man denken, wenn die Arbeitnehmervertretung der Journalisten, der Deutsche Journlistenverband, die Frage stellt: "Journalistenausbildung in der Krise?" Zuerst mag man sich wundern, dann aber auch wieder nicht. Wir jedenfalls werden zur angekündigten Veranstaltung gehen und uns ein wenig umhören. Der DJV kündigt wie folgt an:
"Wie hat sich die journalistische Ausbildung in den vergangenen Jahren entwickelt, welchen Herausforderungen muss sie sich derzeit stellen und welche Chancen und Wege gibt es für die Zukunft? "Es gilt, Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen der Journalistenausbildung offen auszusprechen", kommentierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken die Veranstaltung vorab. "Ich freue mich, dass sich Experten aus der Wissenschaft und Praktiker aus den Redaktionen auf unserem Podium in Berlin zusammenfinden."Der DJV-Medien-Club findet am Mittwoch, den 26. April um 18.30 Uhr im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin statt. Nach zwei einleitenden Impulsreferaten zur "Journalistenausbildung zwischen Theorie und Praxis" sowie zum "Qualitätsjournalismus unter Zeitdruck" diskutieren auf dem Podium unter anderem BDZV-Präsident Helmut Heinen, der Chefredakteur der Westfälischen Rundschau Klaus Schrotthofer, DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, die Leiterin der Journalistenschule Ruhr Gabriele Bartelt-Kircher und Journalistikprofessor Horst Pöttker. Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13."

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