29 Januar, 2008

Was bringt 2008?

--- Das Medienjahr dürfte kaum große Überraschungen bereit halten. Weder sind neue Zeitungen oder Magazine geplant, noch scheint die Medienkrise neue Kreise zu ziehen. Im Gegenteil: Der VDZ geht davon aus, dass das Anzeigengeschäft in diesem Jahr zulegen wird - wenn auch nur leicht.
Hintergrund ist in erster Linie das anhaltende Wirtschaftswachstum in Deutschland, auch wenn sich die Konjunkturdynamik etwas verlangsamen wird. Die positive Entwicklung wird gestützt sowohl durch die niedrigere Preissteigerungsrate als auch durch die Stabilisierung des privaten Konsums. Auch für die Publikumszeitschriften sieht der VDZ Umsatzstabilität auf Vorjahresniveau mit Wachstumsoptionen im Rahmen der allgemeinen Teuerungsrate. Als Treiber des Wachstums sehen die Zeitschriftenverleger die positive Entwicklung einzelner Branchen, die des Finanzsektors, die der Telekommunikation und die des Handels.
Die Branche hatte 2007 kein zufriedenstellendes Jahr. Die Anzeigenvolumen sanken um drei Prozent. Damit schwächelt nach wie vor die Haupteinnahmequelle, während das Anzeigengeschäft im Onlinebereich weiter zulegt.

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14 September, 2007

Evonik: Die Macht der Anzeige

--- Es dürfte zu den schwereren Unterfangen in der Marketingbranche gehören, einen neuen Markennamen einzuführen. Vor der Aufgabe steht derzeit die RAG, die sich von seiner Steinkohleaktivitäten trennt und als Chemie-, Kraftwerks- und Immobilienkonzern an die Börse gebracht werde soll. "Evonik Industries" heißt das Ganze nun, nicht leicht zu merken. Seit Wochen wurde deshalb schon in Zeitungen und im Fernsehen mit der Frage "Wer macht denn so was" geworben, seit kurzem gibt es die Antwort und zwar mit dem Vorchlaghammer. Im Handelsblatt wirbt der Konzern heute mit einer mehr als halbseitigen Anzeige plus Eckensteher links und rechts vom Logo auf der Titelseite, dazu kommt noch die komplette Seite 2 und die letzte Seite im Unternehmensressort. Auch in anderen Tageszeitungen gibt es einseiteige Anzeigen. Die WAZ aber, Regionalzeitung vor Ort der RAG, wurde laut FR nicht bedacht:
Weil sie zu kritisch über den geplanten Börsengang berichtet habe, seien die Anziegen gestrichen worden. Damit gehen dem Verlag zigtausende Euro verloren.

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11 Oktober, 2005

Lidl-Kritik: Lokal-Redakteurin rehabilitiert

--- Was lernt man als erstes bei einer Lokalzeitung? Lege dich nie mit der Sparkasse an, ebenso wenig mit Aldi oder Lidl. Zahlungskräftige Anzeigenkunden sind es, die ihren Einfluss zu nutzen wissen, heißt es immer wieder, weshalb sich die Berichterstattung über diese Unternehmen in der Regel auf Fototermine mit Scheckübergaben oder Jahresbilanzen reduziert. Jetzt ist es einmal anders gekommen, eine Lokalredakteurin traute sich, Unangenehmes zu schreiben, die prompt rausgeschmissen wurde. Dann aber kam es doch noch anders: "Die "Badischen Neuesten Nachrichten" nehmen nun doch die fristlose Kündigung einer Redakteurin zurück, die sich in einem Bericht kritisch zu den Arbeitsbedingungen beim Lidl-Konzern geäußert hatte", berichtet heute die FAZ. Diese hatte nach der Kündigung geklagt und Recht bekommen. Telepolis schreibt: "Vor ihrer fristlosen Kündigung hatte die Journalistin 11 Jahre für den Verlag gearbeitet. Ende August besuchte die 38-Jährige auf Einladung des Großdiscounters das Zentrallager in Bietigheim. Statt der offensichtlich vom Anzeigenkunden erwarteten durchgehend freundlichen Reportage, enthielt der in der Raststatter Lokalausgabe veröffentlichte Artikel auch kritische Anmerkungen über "Lidl". Unter der Überschrift "Handarbeit bei bis zu 24 Grad minus" ging die Redakteurin unter anderem auf das von der Gewerkschaft "Verdi" veröffentlichte "Schwarzbuch Lidl" ein. Darin wird der wirtschaftliche Erfolg der Billigmarktkette vor allem "mit den schlechten Arbeitsbedingungen" begründet (Das System Lidl).
Das war wohl zu viel für den Großkunden des Blattes, der nach Recherchen des Südwestrundfunks Anzeigen im Wert von 1,4 Millionen Euro pro Jahr bucht. Die "taz"
berichtet unter Hinweis auf BNN-Betriebsrat Ralf Kattwinkel, dass "Lidl" die Verlagsgeschäftsführung einbestellt - und mit Hinweis auf die zweimal pro Woche geschalteten großflächigen Anzeigen mächtig Druck gemacht habe. "
Jetzt soll an einem Vergleich gearbeitet werden, der die Wiedereinstellung und eine Abmahnung vorsieht. "Die Rücknahme der Kündigung und die Wiedereinstellung sei jetzt "nur noch eine Formsache", sagte der Chefredakteur und Herausgeber der "Badischen Neuesten Nachrichten" ("BNN"), Klaus Michael Baur, der Nachrichtenagentur ddp. Zuvor hatten Medien bundesweit über den Fall berichtet", schreibt der Spiegel.
Laut FAZ soll Lidl jährlich für 1,4 Millionen Euro in der BNN inserieren. Wenn wundert da das dünne Seil, an dem die Pressefreiheit hängt?!

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