29 November, 2007

Bild widersetzt sich dem Presserat

--- Die Bild widersetzt sich einem Urteil des Presserates - und das an prominenter Stelle auf Seite 2 der Bild. Unter der Überschrift: "Irre! Presserat rügt BILD wegen dieses Brandstifters", erklärt die Redaktion warum sie es nicht akzeptiert, wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte (Richtlinie 8.4 des Pressekodex) von Khaled el Masri gerügt zu werden. Noch mehr: Die Bild begründet, weshalb sie auch weiterhin der Meinung sein wird - und diese prompt erneut kund tut -, dass el Masri "ein gewalttätiger, bei geringsten Anlässen ausrastender Brandstifter" sei.
Der Presserat hatte einen Bild-Artikel ("Warum lassen wir uns von so einem terrorisieren?") gerügt, Bild berichtete darüber, dass el Masri ein Feuer in einem Supermarkt entfacht hatte. Der Deutsch-Libanesen war 2004 von der CIA nach Afghanistan verschleppt, über Monate festgehalten und vermutlich misshandelt worden.
Die SZ bezeichnet den Bild-Artikel, der letztlich der Abdruck der Rüge ist, als "Diekmanns Irrfahrt" in Anspieleung auf den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.
"Der Deutsche Presserat beschäftigt sich mit unterschiedlichsten journalistischen Gräueln und nach Ziffer 16 seines Pressekodex entspricht es "fairer Berichterstattung ... öffentlich ausgesprochene Rügen abzudrucken, insbesondere in den betroffenen Presseorganen". Als der Geschäftsführer des Selbstkontroll-Gremiums der Printmedien, Lutz Tillmanns, an diesem Donnerstag in die Bild-Zeitung schaute war er "verblüfft, in welcher Form" das Boulevardblatt eine Rüge ins Blatt gehoben hatte. (...)"

Die SZ berichtet, was Bild damals geschrieben hatte:
"Nach einem Brandanschlag auf einen Metro-Markt sitze der "irre Deutsch-Libanese", der als "angebliches Folter-Opfer die Bundesregierung, Parlament und Öffentlichkeit terrorisiert" habe, in einer Psychoklinik und warte auf "sein Gutachten, ob er schuldfähig ist - oder einfach nur irre"."
Der Bildblog kommentiert den Fall natürlich:
"Es ist ja nicht so, als würde die "Bild"-Zeitung vom Presserat gegen sie ausgesprochene Rügen immer nur Monate später ganz verstohlen, möglichst unauffällig im Blatt platzieren. Heute zum Beispiel berichtet "Bild" ziemlich ausführlich und prominent auf der Seite 2 platziert darüber, dass sie vom Presserat wegen ihrer Berichterstattung über Khaled al-Masri gerügt wurde."

Online findet sich der Bild-Artikel übrigens nicht.

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28 November, 2007

VW-Affäre: Rolle der Journalisten

--- Wie geht ein Journalist mit Informationen eines Informanten um? Diese Frage beschäftigt in der VW-Affäre inzwischen auch Medien-Journalisten er Süddeutsche Zeitung.

"Am ersten Verhandlungstag des Prozesses gegen den früheren VW-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert und den einstigen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer sprach in einer Pause ein Journalist des NDR den Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe an.

Ob die Staatsanwaltschaft sich bei ihren Ermittlungen mal um den früheren VW-Finanzvorstand Bruno Adelt gekümmert habe, wollte der Pressemann wissen. Der 48-jährige Strafverfolger, der Pressesprecher der Behörde ist, musste passen.

Anderntags meldete sich der Journalist telefonisch und berichtete, er stehe in Kontakt mit einem inzwischen pensionierten VW-Mitarbeiter, der angeblich Interessantes über Adelt und den Unternehmensführer Ferdinand Piech zu erzählen habe."
Seither steht Piech wieder unter Verdacht, von dem Schmiergel- und Bordellskandal bei VW gewusst zu haben. Warum aber hat der Journalist nicht selbst recherchiert und ist mit seinen Informationen an die Öffentlichkeit gegangen?, fragen nicht nur wir sondern auch die SZ. Den Informanten hat er nicht Preis gegeben, was sich auch so gehört. Kam er aber nicht weiter in der Recherche oder war es für ihn einfacher, den Staatsanwalt anzuspitzen, um dann exklusiv darüber zu berichten? Diese Fälle gibt es im Medienbetrieb nicht selten.
Es gab auch andere Informanten, die sich zum VW-Skandal an Journalisten gewendet haben, allerdings kurz darauf abgetaucht sind, so dass eine weitere Reherche so gut wie unmöglich war.

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26 November, 2007

Montgomery: Zukunft der Zeitung

--- David Montgomery, Chef von Mecom und neuer Eigentümer der Berliner Zeitung äußert sich heute in der FAZ zur Zukunft der Zeitung. Hier einige Auszüge:

"Aber die Zeitungsbranche muss sich transformieren, das ist unbestreitbar, und dabei ist durchaus Eile geboten. Die Zeitungsleser werden älter, die jüngeren greifen immer weniger zur Zeitung. Wir müssen reagieren. (...)

Können Sie nachvollziehen, dass sich Mitarbeiter Sorgen um die journalistische Unabhängigkeit machen, weil ihr Geschäftsführer Josef Depenbrock zugleich Chefredakteur ist?

Nein. Bei den fundamentalen Veränderungen, vor denen die Zeitungsbranche steht, ist es sehr wichtig, dass in der Geschäftsleitung Spezialisten für Inhalte sitzen. Niemand hat mir bisher Beispiele dafür genannt, dass die inhaltliche Qualität unserer Zeitungen unter Josef Depenbrock gelitten hätte. Er weiß genau, dass es bemerkt würde, wenn er versuchen würde durch Gefälligkeitsjournalismus mehr Anzeigen zu bekommen. Das würde sofort Schlagzeilen machen, und diese Kontrolle garantiert die journalistische Unabhängigkeit.

Sie selbst hatten angekündigt, dass Redaktion und Anzeigenabteilung enger zusammenzurücken. Was heißt das?

In den Redaktionen wurde lange die wirtschaftliche Realität verleugnet. Das war völlig in Ordnung, solange das Zeitungsgeschäft faktisch noch eine Lizenz zum Gelddrucken war. Diese Zeit ist längst vorbei, und das können wir nicht ignorieren.

Angeblich verstößt die Doppelfunktion Depenbrocks gegen das von Ihnen selbst unterschriebene Redaktionsstatut.

Nein, das stimmt nicht.

Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen, die Journalisten müssten ihr Geld selbst verdienen?

Meine Kinder nutzen fünf verschiedene Medien in einer Stunde - Online, Fernsehen, DVDs und so weiter. Journalisten müssen deshalb erkennen, dass ihre Inhalte über viele Wege vermarktet werden müssen. Die Zeitung allein trägt nicht mehr.

Welche Rendite wollen Sie in Deutschland erzielen?

Es gibt da keine Obergrenze, aber es hängt stark davon, ab, ob es uns gelingt, zusätzlichen Umsatz zu schaffen. Deshalb haben wir zum Beispiel im Online-Bereich die Netzeitung gekauft. Sie ist der Motor unserer Internetaktivitäten. In anderen Ländern wächst unser Internetgeschäft sehr schnell, und das ist auch hier möglich.

Verdienen Sie im Internet Geld?

Ja, und auch die Netzeitung entwickelt sich deutlich besser, als wir erwartet hatten. Sie wird nächstes Jahr einen Gewinn ausweisen. (...)

Deutsche Verleger investieren enorm ins Internet. Sie dagegen geben Milliarden für Zeitungen aus. Warum?

Weil wir ihnen ein neues Leben geben wollen. Wir sind überzeugt, dass Zeitungen aus ihren Inhalten, ihrer Marke und ihrer Leserschaft wirtschaftlich viel mehr machen können, als das heute geschieht. Das ist unsere Geschäftsidee."



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20 November, 2007

La Tribune: Unternehmer machen Zeitung

--- Am Wochenende durften 34 französische Topmanager die Wirtschaftszeitung "La Tribune" selbst gestalten. Darüber berichtet die FAZ heute:
"Heraus kam ein Blatt, das sich auf den ersten Blick wenig von den sonstigen Ausgaben unterscheidet. Auf den zweiten Blick fallen jedoch interessante Konstellationen mit einigen bemerkenswerten Ergebnissen auf: Da fragte etwa Maurice Lévy, der Chef der größten französischen Werbeagentur Publicis, im Interview Lindsay Owen-Jones, den Verwaltungsratsvorsitzenden von L'Oréal, ob er die hohe Rate ausländischer Kapitalbeteiligungen an französischen Unternehmen für ein Problem halte. Immerhin befänden sich mehr als die Hälfte der CAC-40-Unternehmen im Besitz von ausländischen Investoren. OwenJones daraufhin: "Ihre Frage ist fast schon schockierend!" Natürlich sei dies kein Problem, denn wer seine Produkte weltweit verkaufe, müsse auch internationale Investoren in seinen Aktionärskreis aufnehmen. "Mit welchem Recht kommt man zu der Annahme, dass ausländische Aktionäre eine irgendwie andersartige und minderwertige Qualität haben als französische?"

In einem anderen Artikel versuchte Christoph de Margerie, der Präsident des Total-Konzerns, den Lesern die Angst vor den berüchtigten Staatsfonds zu nehmen. Denn diese könnten ja auch durchaus willkommene Geldgeber sein. Im Übrigen solle man zwischen Staatsfonds und Unternehmen im Staatsbesitz unterscheiden. Die französischen Energieversorger EdF und GdF dürften ja auch nicht mit Staatsfonds verwechselt werden."

(...)

"Eine Zusammenfassung der journalistischen Erfahrungen durfte Werbefachmann Lévy im Editorial liefern: "Welch ein Wind der Bescheidenheit wehte an diesem eiskalten Sonntag um diese großen Patrons, die den Beruf des Journalisten ausprobierten", schwärmte er. "Welch plötzliches Verständnis für die Schwierigkeiten, die Journalisten auf jeder Etappe der Erstellung von Artikeln haben können!", schrieb er. Einen Kollegen habe Lévy etwa fluchen hören, weil er einen Ansprechpartner nicht erreichen konnte; ein anderer machte die Erfahrung, dass die Kontaktperson nicht mit der Presse reden wollte.

Lévys Schlussfolgerung: Mehr Bescheidenheit sei angebracht. Er habe nun Einblick erhalten in die professionelle und technische Komplexität der Zeitungsproduktion, die besonders in Frankreich mit wirtschaftlich begrenzten Mitteln zurechtkommen müsse. Daher nimmt er sich jetzt den Vorsatz: "Ehrenwort, beim nächsten Mal überlege ich zweimal, bevor ich über einen Zeitungsartikel fluche.""




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Nachrichtenportale legen zu

--- Sie sind oft ähnlich und stellen meist die gleichen Agentur-Meldungen online wie andere auch. Offenkundig aber mögen die Nutzer Nachrichtenportale. Das zumindest vermeldet der Bitkom. Der Verband will dies in einer Erhebung festgestellt haben.
"Nachrichtenportale gehören 2007 zu den großen Gewinnern im deutschsprachigen Internet. Sie konnten die Anzahl ihrer Besuche im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöhen. Das zeigt eine Langzeiterhebung, die der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) heute in Berlin vorgestellt hat. Demnach werden die 20 meistgenutzten News-Portale in Deutschland dieses Jahr voraussichtlich 4 Milliarden Mal besucht – ein Plus von 25 Prozent. 2006 lag der Wert bei 3,2 Milliarden, 2005 bei 2,7 Milliarden."
Und sonst: Ulla Weidenfeld, stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegels, leitet demnächst das Mittelstand-Magazin Impulse.
Die Telekom hat auf ihrere Iphone-Party in Köln Mobilfunkgeräte an Journalisten verschenkt - wenn sie zugleich einen Vertrag unterzeichneten. Ersparnis: 399 Euro. Wer so etwas annimmt ...




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16 November, 2007

Kohl-Erinnerungen: Hass auf Spiegel bleibt


--- Helmut Kohl hat heute den dritten Teil seiner "Erinnerungen" in Berlin vorgestellt und damit nicht versäumt, zumindest bei der Präsentation kräftig über die Medien und ihre Kurzatmigkeit zu klagen. Vor allem aber nahm er sich den Spiegel vor, nachdem ein Spiegel-Redakteur eine Frage gestellt hatte. Erst einmal wollte er die Frage nicht beantworten und machte sich dann noch über die Wechselhaftigkeit des Magazins lustig. Vielleicht ändere sich das ja mit dem neuen Chefredakteur, sagte er. Glauben wollte er es aber nicht.

Übrigens: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierses schriftliche Entschuldigung nahm Kohl an. Thierse hatte Kohl in Anspielung auf den Rücktritt von Bundesarbeitsminister Müntefering kritisiert, er habe seine inzwischen verstorbene Frau während ihrer Krankeit vernachlässigt.

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Foto oben: Medienrummel bei der Buch-Präsentation. Es waren mehr als 100 Journalisten anwesend.
Foto rechts: Kohl will den Saal verlassen und braucht Hilfe. In Kürze wird er erneut am Knie operiert. Er hat große Schwierigkeiten, sich zu bewegen.

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Aust geht: Generationenwechsel beim Spiegel

--- Im Urlaub in Asien erfuhr Stefan Aust von seiner Kündigng beim Spiegel. Entgegen seinen Plänen, das Magazin bis 2010 zu leiten, haben die Spiegel-Geschäftsführung und die Gesellschafter entschieden, dass Aust bereits Ende 2008 gehen soll. Niemand rechnet jetzt damit, dass der Chefredakteur seinen "Rest"-Vertrag erfüllen wird. Nachfolger sind auch schon im Gespräch: Neben der unwahrscheinlichen Variante von Giovanni di Lorenzo (Zeit) und Frank Schirrmacher (FAZ) ist auch der ehemalige Washington-Korrespondent der Zeit, Thomas Kleine-Brockhoff im Gespräch, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. In der Regel werden die leitenden Positionen beim Spiegel aber intern besetzt. Hier ist aber offen, wer es sein könnte.
Der Nachfolger wird die Aufgabe haben, den Spiegel wieder zu dem zu machen, was er einmal war: Ein scharfes und spitzes, investigatives Magazin, in das alle Politiker furchtvoll am Sonntag schauen und alle Journalisten nachlesen, was sie wieder einmal verpasst haben. Zu wünschen wäre es dem Blatt.

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09 November, 2007

Datenspeicherung: Bundestag zieht Gesetz durch

--- Der Bundestag hat gegen extreme Widerstände das Gesetz zur Vorratdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten verabschiedet.Damit werden Telefon- und Internetdaten von Telekommunikationsunternehmen künftig ein halbes Jahr lang für die Sicherheitsbehörden aufbewahrt. Heute steht schon fest, dass das Gesetz vor den Gerichten landet. Unter anderem hat der frühere FDP-Bundestagsvizepräsident Burkhard Hirsch Verfassungsklage angekündigt. Auch der Deutsche Journalistenverband prüft eine Verfassungsklage.
Das Gesetz betrifft vor allem auch sensible Berufe wie den der Journalisten. Die Medien hatten aber erst sehr spät reagiert und erst in den letzten Tagen kritisch berichtet. Heute schreibt DPA im Nachgang: "Hermann Bachmaier, langjähriger rechtspolitischer Sprecher der
SPD-Bundestagfraktion und heute Rechtsanwalt in Crailsheim, stellte dem Gesetz ein schlechtes Zeugnis aus. «Geheimnisverrat per Gesetz» sei das, schrieb er in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche Zeitung». Es sei «nicht zu erkennen, dass eine zwingende Notwendigkeit dafür besteht, das Zeugnisverweigerungsrecht - immerhin ein wichtiger Garant eines kultivierten, rechtsstaatlichen Strafverfahrens - so drastisch aufzuweichen und ganze Berufsgruppen zu verunsichern»."
Die Agentur zitiert den Direktor am Max-Planck-Instituts für ausländisches und
internationales Strafrecht in Freiburg, Hans-Jörg Albrecht. "Das eigentliche Problem sei die Speicherung der Daten selbst. Das Gesetz erfasse die ganze Bevölkerung und störe damit die Privatsphäre ohne einen Tatverdacht. «Es ist übrigens interessant, dass etwas Vergleichbares bisher nicht einmal in den USA eingeführt wurde.»"


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07 November, 2007

"Freitag": Grundlegende Blattreform

--- " Der „Freitag“ verändert sein Layout und setzt neue Schwerpunkte." So titelt die Redaktion des Freitag ihre Pressemitteilung zum Relaunch und zur grundlegenden Neuausrichtung. Der Umbruch in der Medienlandschaft macht also auch vor den kleinen Blättern des Ostens mit linker Ausrichtung nicht halt. "Mit der in dieser Woche erscheinenden Ausgabe 45 startet die Ost-West-Wochenzeitung »Freitag« mit einem neuen Layout und einer neuen
Blattstruktur ins 18. Jahr seit ihrer Gründung am 9. November 1990. Das Blatt ging aus dem ostdeutschen Sonntag und der westdeutschen Volkszeitung hervor und ist das einzige Wendeprojekt, das sich bis heute durchgesetzt hat."
Soweit zu Geschichte: Im Blatt soll in Zukunft mehr Politik und Kultur geben, eine Dokumentation, wie sie schon bei der Frankfurter Rundschau zum Repertoire gehört sowie kürzere Stücke um "»schneller«und abwechslungsreicher durch mehr Rhythmus auf und zwischen den Seiten" zu werden.
Wurde bislang online nur die Offline-Ausgabe abgedruckt, fängt der Freitag jetzt an, das Internet als das zu begreifen, was es ist: etwas ganz anderes als eine Printausgabe online. "Es sollen auf der Seite www.freitag.de zusätzliche Informationen zur Druckausgabe angeboten und ein interaktiver Teil für Debatten und Leser-Meinungen eingerichtet werden. So werden die Vorzüge des elektronischen Mediums gegenüber der Druckausgabe stärker als bisher genutzt, auch wenn der »Freitag« in erster Linie ein Print-Produkt bleiben wird." Innovativ klingt das in Zeiten des Web 2.0. nicht. Mal sehen, ob das dem Blatt das Überleben in der Umbruchszeit der Medien sichern wird.

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06 November, 2007

IG Metall sperrt Journalisten aus

--- In einer Pressemitteilung berichtet der Deutsche Journalistenverband: "DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken bezeichnete es als einen Affront, dass die IG Metall zwei Journalisten der taz die Akkreditierung und den Zugang zum Veranstaltungsgebäude verweigerte. Die IG Metall muss aus Sicht des Deutschen Journalisten-Verbandes auch kritischen Journalisten die Berichterstattung über ihren heutigen Gewerkschaftskongress in Leipzig ermöglichen. Wie die IG Metall auf Nachfrage des DJV bestätigte, verlange sie von der taz zuerst eine Entschuldigung für einen Bericht der Zeitung, in dem der Gewerkschaftsvorsitzende Jürgen Peters mit Stalin verglichen worden sei. Nach erfolgter Entschuldigung dürften die Korrespondenten an der Veranstaltung teilnehmen. Die taz ist zu dieser Entschuldigung nicht bereit.

"Von Gewerkschaft zu Gewerkschaft: Die IG Metall hat nicht das Recht, sich mit dem Ausschluss der taz von der Berichterstattung gegen die kritisierte Veröffentlichung zu wehren", sagte Konken. "Das ist Erpressung in Reinform und für eine Gewerkschaft unwürdig." Konken forderte die IG Metall auf, die Akkreditierungen unverzüglich zu erteilen."


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Pressefreiheit: Holländischer Staat spioniert

--- Kann so etwas wirklich in einem zivilisierten, demokratischen, westeuropäischen Staat passieren? Es kann! Das niederländische Sozialministerium hat Monatelang das Redaktionssystem der Nachrichtenagentur GDP durchstöbert und versucht, unliebsame Artikel vor der Veröffentlichung zu ändern. "Sie sind fast täglich in unser Redaktionssystem reingegangen. Da kann man nur von Einbruch sprechen", sagte der GDL-Chefredakteur Jos Timmers der Süddeutschen Zeitung. Die ganze Sache sei aufgeflogen, als das Sozialministerium bei einem Porträt über Sozialminister Donner angerufen habe, um Änderungen zu verlangen. Das Porträt war aber noch gar nicht veröffentlicht worden.

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05 November, 2007

Rechtschreibung: Fehlerquelle "andere" und "beide"

--- Dieses Mal erklärt Lisa Walgenbach, wie sich zwei verbreitete Fehlerquellen der neuen Rechtschreibung vermeiden lassen:

Eine häufige Fehlerquelle stellen die Wörter and(e)re und beide dar, da viele Schreibenden dazu neigen, diese großzuschreiben, wenn sie nicht eindeutig attributiv, also als Beifügung zu einem Substantiv verwendet werden,
z. B. eine andere Meinung, die beiden Teilnehmer.

Hier gelten folgende Grundregeln:

and(e)re

Im Allgemeinen wird and(e)re kleingeschrieben; dies gilt auch bei Substantivierungen, z. B.

der, die, das and(e)re
eine, keine, jeder, alles and(e)re
der eine, der and(e)re
und and(e)re, und and(e)res (Abk. u. a.)
und and(e)re mehr (Abk. u. a. m.)
unter and(e)rem (Abk. u. a.)
zum einen, ... zum anderen

Groß- und Kleinschreibung ist zulässig

• in der Fügung etwas and(e)res/And(e)res (bisher nur: etwas and(e)res)

• wenn and(e)re/And(e)re im Sinne von etwas Andersartiges/Neues/Fremdes verwendet wird, z. B.
Die Begegnung mit dem And(e)ren, auch: and(e)ren (z. B. der anderen Kultur)


beide

Man schreibt beide grundsätzlich klein. Dies gilt auch, wenn beide stellvertretend für ein Substantiv steht, z. B.
Die beiden wurden am Tatort gesehen.

dies beides, dieses beides
beides, alles beides, alle beide
einer von euch beiden
für euch beide
wir beide (seltener: wir beiden)
ihr beiden (auch: ihr beide)
sie beide (als Anrede: Sie beide)
uns, euch, ihnen beiden
uns, euch, sie beide

Im Zuge der Orthografiereform neu eingeführt wurde die Schreibung beide Mal (bisher: beidemal), z. B.
Sie sind beide Mal zu spät gekommen.

Weiterhin Gültigkeit behält die Schreibung beide Male.

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Rechtschreibung: Fehlerquelle "andere" und "beide"

--- Dieses Mal erklärt Lisa Walgenbach, wie sich zwei verbreitete Fehlerquellen der neuen Rechtschreibung vermeiden lassen:

Eine häufige Fehlerquelle stellen die Wörter and(e)re und beide dar, da viele Schreibenden dazu neigen, diese großzuschreiben, wenn sie nicht eindeutig attributiv, also als Beifügung zu einem Substantiv verwendet werden,
z. B. eine andere Meinung, die beiden Teilnehmer.

Hier gelten folgende Grundregeln:

and(e)re

Im Allgemeinen wird and(e)re kleingeschrieben; dies gilt auch bei Substantivierungen, z. B.

der, die, das and(e)re
eine, keine, jeder, alles and(e)re
der eine, der and(e)re
und and(e)re, und and(e)res (Abk. u. a.)
und and(e)re mehr (Abk. u. a. m.)
unter and(e)rem (Abk. u. a.)
zum einen, ... zum anderen

Groß- und Kleinschreibung ist zulässig

• in der Fügung etwas and(e)res/And(e)res (bisher nur: etwas and(e)res)

• wenn and(e)re/And(e)re im Sinne von etwas Andersartiges/Neues/Fremdes verwendet wird, z. B.
Die Begegnung mit dem And(e)ren, auch: and(e)ren (z. B. der anderen Kultur)


beide

Man schreibt beide grundsätzlich klein. Dies gilt auch, wenn beide stellvertretend für ein Substantiv steht, z. B.
Die beiden wurden am Tatort gesehen.

dies beides, dieses beides
beides, alles beides, alle beide
einer von euch beiden
für euch beide
wir beide (seltener: wir beiden)
ihr beiden (auch: ihr beide)
sie beide (als Anrede: Sie beide)
uns, euch, ihnen beiden
uns, euch, sie beide



Im Zuge der Orthografiereform neu eingeführt wurde die Schreibung beide Mal (bisher: beidemal), z. B.
Sie sind beide Mal zu spät gekommen.

Weiterhin Gültigkeit behält die Schreibung beide Male.

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