28 August, 2007

Rechtschreibung: so viel und soweit

--- Ja, ja, die Rechtschreibung. Lisa Walgenbach erklärt heute, wie es sich mit der Schreibweise von Verbindungen aus so bzw. wie und einer Form von viel verhält:

Seit der Umsetzung der Orthografiereform am 1. August 1998 gilt folgende Regel, mit der eine häufige Fehlerquelle beseitigt wird:

Verbindungen aus so bzw. wie und einer Form von viel schreibt man getrennt (analog zu so viele und wie viele), z. B.

Alt: Es gab soviel Regen, dass ... NEU: Es gab so viel Regen, dass ...
Alt: Es gab so viele Regentage, dass ... NEU: Es gab so viele Regentage, dass ...

Alt: Ich weiß, wieviel Wein er bestellt hat. NEU: Ich weiß, wie viel Wein er bestellt hat.
Alt: Ich weiß, wie viele Flaschen Wein er bestellt hat. NEU: Ich weiß, wie viele Flaschen Wein er bestellt hat.

Es scheint der Aufmerksamkeit vieler Schreibender entgangen zu sein, dass demzufolge das Fragepronomen wie viel getrennt geschrieben wird, z. B.
Wie viel Geld haben Sie bei sich?


Die mehrteilige Konjunktionen soviel, die einen Nebensatz einleitet,
wird weiterhin zusammengeschrieben, z. B.
Soviel ich weiß, ...

Die Orthografiereform bringt somit die Schreibweise der Verbindung aus so und einer Form von viel in Einklang mit Verbindungen desselben Typus, z. B.
Ich habe so viel gearbeitet, dass ...
Soviel ich weiß, ...

Ich bin so weit gelaufen, dass ...
Soweit ich weiß, ...

Ich habe so lange im Ausland gearbeitet, dass ...
Solange ich im Ausland gearbeitet habe, ...

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Scoops und PR

--- --- Wie kommt es, dass der Spiegel pünktlich zur China/Japan-Reise der Bundeskanzlerin in seiner Titelgeschichte über Hackerattacken von chinesischer Seite auf deutsche Regierungscomputer berichtet? Und sich der chinesische Premier dann auch noch während der Merkel-Visite genötigt fühlt, dazu in einer Pressekonferenz Stellung zu beziehen?
Fakt ist: Scoops entstehen meist, weil sie von interessierter Seite gesteckt werden. Das Image von Merkel als resolute Regierungschefin, die in einem Land wie China nicht nur Themen wie Spionage sondern auch die Menschenrechte anspricht, wird damit gestärkt.
Unverblümter geht es da bei den Bundesministerien zu: Nachdem erst eine Agentur für das Bundeswirtschaftsministerium Zeitungen Kupelgeschäfte zwischen redaktionellen Beiträgen und Anzeigen angeboten hatte, übernimmt jetzt offenbar das Bundesfamilienministerium Praktiken, die man bislang nur von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kannte. Dazu schreibt der Deutsche Journalistenverband heute: "Der Deutsche Journalisten-Verband verlangt von der Bundesregierung, sofort alle Versuche von Schleichwerbung zu beenden. Das ARD-Magazin Report Mainz hatte am gestrigen Abend über PR-Aktivitäten des Bundesfamilienministeriums berichtet, dessen Berliner Werbeagentur A&B One Hörfunksendern sendefähige Beiträge und Zeitungen layoutete Berichte über das Erziehungsgeld geliefert hat. Das Material der Agentur war durch O-Töne bzw. Zitate von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen angereichert. "Das ist Schleichwerbung in Reinform und hat nichts mit kritischem Journalismus zu tun", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Ein Bundesministerium habe den Auftrag, die Öffentlichkeit über seine Arbeit zu informieren und nicht zu manipulieren."

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10 August, 2007

BND-Affäre: Lammert bleibt hart

--- Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hält weiter an den Ermittlungen gegen 17 Journalisten fest, die im Rahmen der BND-Affäre aus vertraulichen Papieren zitiert haben. Dazu teilt die Bundespreseekonferenz, die Vereinigung der Parlamentskorrespondenten in Berlin, mit: "Der Vorstand der Bundespressekonferenz hat heute ein 40minütiges Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert geführt. Gegenstand waren die Ermittlungen gegen Journalisten wegen des Anfangsverdachts der Beihilfe zum Geheimnisverrat.
Der Vorstand bedauert nach dem Gespräch, dass der Bundestagspräsident seine Ermächtigung zu den Ermittlungen nicht zurückzieht. Die Bundespressekonferenz sieht in der Ermächtigung einen unzulässigen Eingriff in die Arbeit der Parlamentskorrespondenten.
In diesem Zusammenhang begrüßt der Vorstand, dass die Staatsanwaltschaft München die dort anhängigen Ermittlungsverfahren bereits eingestellt hat."

UPDATE: Pressemitteilung des Bundestagspräsidenten:
"Bundestagspräsident Lammert zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaften
Bundestagspräsident Norbert Lammert hat heute den Vorstand der Bundespressekonferenz zu einem Gespräch empfangen und nochmals erläutert, dass er weder einen Strafantrag gegen Journalisten gestellt noch eine solche Anregung gegeben habe.

Der Bundestag wurde heute von der Staatsanwaltschaft München I über die beabsichtigte Einstellung des dort anhängenden Ermittlungsverfahrens informiert. Dazu äußert sich der Bundestagspräsident wie folgt: „Sollten Staatsanwaltschaften zu dem Schluss kommen, dass die Ermittlungen aus ihrer Sicht eingestellt werden sollen, bestehen aus meiner Sicht keine Einwände gegen die Einstellung der Verfahren“."

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