31 Juli, 2007

Medien: Angst vor den "Heuschrecken"

--- Die SPD-Medienkommission hat vorgeschlagen, dass Finanzinvestoren aus dem Ausland künftig nur noch maximal 25 Prozent an deutschen Medienunternehmen übernehmen dürfen. Die Gewerkschaft DJV jubelt: "Ich freue mich", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, "dass die Politik jetzt die von uns bereits erhobene Forderung ernsthaft diskutiert." Die aktuellen Vorgänge bei Sat.1 zeigten, dass der Einfluss von Finanzinvestoren begrenzt werden müsse. "Die überzogenen Renditeerwartungen der ProSiebenSat.1-Eigentümer KKR und Permira kosten auf jeden Fall 78 Jobs bei Sat.1 in Berlin", sagte Konken. Völlig offen sei die Zukunft der Beschäftigten bei der Produktionsfirma PSP, die der ProSiebenSat.1-Vorstand verkauft wolle"

Labels: ,

17 Juli, 2007

Bitkom: Jeder Fünfte liest online Zeitung

--- Jeder fünfte Deutsche liest laut einer Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) online Zeitung. "Im ersten Halbjahr 2007 wurden die 20 meistgenutzten News-Portale in Deutschland rund 1,8 Milliarden Mal besucht – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006", berichtet Bitkom. liarden. 'Getragen wird der Boom von klassischen Zeitungen und Magazinen. Sie haben ihre Online-Portale in den vergangenen Monaten massiv ausgebaut. Die Grenzen zwischen gedruckter Zeitung und Online-Journalismus schwinden', sagte Prof. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM."
Die Mitglieder des Bitkom freut es natürlich, wenn die Zahl der Online-Nutzer steigt. Nicht ohne Grund beklagt der Verband deshalb auch, dass Deutschland noch lange nicht Spitze ist. "Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen bei der Nutzung von News-Portalen allerdings nur unwesentlich über Schnitt. Während 2006 hier zu Lande 19 Prozent der 16 bis 74-Jährigen Nachrichten im Internet lasen, waren es im EU-Durchschnitt 18 Prozent. Zu den Spitzenreitern zählen Finnland (46 Prozent) und Schweden (41 Prozent), zu den Schlusslichtern Irland (8 Prozent) und Rumänien (7 Prozent). Dennoch: In fast allen Mitgliedsstaaten der EU sind die Nutzerzahlen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen – auch in Deutschland. Hier betrug die Quote 2002 erst 10 Prozent und 2004 15 Prozent. Das geht aus Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor."

Labels: , ,

16 Juli, 2007

DJV: Richtlinien für Praktika

--- Der Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di und die Jugendpresse Deutschland haben gemeinsame Richtlinien für journalistische Praktika veröffentlicht. "Gemeinsame Standards mehrerer großer Medienorganisationen seien daher ein wichtiges Instrument, um dem Praktikantenunwesen und unangemessenen Praktikabedingungen entgegenzutreten. Sie sollen Medienunternehmen wie Praktikanten als Handreichung dienen, wenn es darum geht, Praktikaplätze einzurichten und konkrete Vereinbarungen zu treffen", heißt es in einer Presseverlautbarung.

"Die Richtlinien sehen vor, dass jeder Praktikant vor Aufnahme der Tätigkeit einen Vertrag erhält, in dem unter anderem Dauer, Betreuung und eine leistungsgerechte Vergütung des Praktikums sowie Haftungsfragen geklärt werden. Jedem Praktikanten sollte ein qualifizierter Betreuer zur Seite stehen. Darüber hinaus dürfen Praktika aus Sicht der drei beteiligten Verbände nicht länger als sechs Monate dauern. In dieser Zeit sollten Praktikanten mehrere redaktionelle Arbeitsbereiche kennen lernen. Keinesfalls dürfen durch den Einsatz von Praktikanten feste Arbeitsplätze eingespart werden."

Ansprechpartner: Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di: Ulrike Maercks-Franzen: Tel. 030/69 56 23 22; Fax 030/69 56 36 57.Deutscher Journalisten-Verband (DJV): Nicole von Stockert. Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/7 26 27 92 13. Jugendpresse Deutschland: Stefan Rippler. Tel. 0175/5 90 59 45; Fax 08641/87 67

Praktikarichtlinien der Praktika-Offensive im Journalismus
Präambel
Um in den Beruf des Journalisten einzusteigen, werden von jungen Journalisten im Rahmen ihrer Ausbildung Prakti absolviert, die ihnen Einblick in den Beruf, Erfahrungen in der journalistischen Arbeit und Kontakte vermitteln. Die Partner der "Praktika-Offensive" wollen mit ihrer Arbeit in Selbstverpflichtung die Qualität der journalistischen Praktika verbessern, Standards als Empfehlungen für Praktikanten und Praktika-Betreuer vorlegen und auf deren Umsetzung hinwirken.

Dazu haben sich die Partner der "Praktika-Offensive" auf folgende Punkte geeinigt:
1. Vor Beginn des Praktikums wird ein Vertrag geschlossen, in dem folgende Punkte geregelt sind: Dauer, Lernziele des Praktikums, Betreuer/in, Vergütung, Zugriff auf einen Arbeitsplatz, Arbeitszeit und Urlaub, Krankheitsregelungen, Haftung und Urheberrecht.
2. Mit Beginn des Praktikums wird der/die Praktikant/in über seine/ihre Rechte (bspw. Zuständigkeiten des Betriebs- oder Personalrates, Arbeits- und Ruhezeiten) und Pflichten (bspw. Verschwiegenheit, Weisungsgebundenheit) informiert.
3. Der/Die Praktikant/in soll eine leistungsgerechte Vergütung erhalten. Journalistische Beiträge werden vergütet. Ausnahmen von dieser Regelung stellen Pflichtpraktika in der Schulzeit dar.
4. Das Praktikum dauert maximal sechs Monate.
5. Der/Die Praktikant/in erhält eine fundierte Einführung und lernt im Laufe seines/ihres Praktikums mehrere redaktionelle Aufgabenbereiche kennen.
6. Dem/der Praktikant/in steht ein/e qualifizierte/r Betreuer/in zur Seite, der grundlegende Informationen zur Verfügung stellt, Anregungen und Feedback zur Arbeit gibt und ihn/sie nach Halbzeit in einem persönlichen Gespräch beurteilt.
7. Der Einsatz von Praktikanten darf nicht dazu führen, dass Voll- oder Teilzeitstellen eingespart werden. Im Vordergrund des Praktikums stehen die Begleitung der redaktionellen Tätigkeit und dadurch der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen.
8. Praktikanten werden nicht mit der vagen Aussicht auf ein anschließendes Mitarbeiter-Verhältnis angelockt.
9. Nach Abschluss des Praktikums hat der/die Praktikant/in Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, das von dem/der Betreuer/in und/oder der Geschäftsführung/der Personalleitung unterschrieben ist. Das Zeugnis muss Angaben über Art, Dauer, Inhalte und Ziele des Praktikums sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse des/der Praktikant/in enthalten. Auf Verlangen des/der Praktikant/in sind auch Angaben über besondere fachliche Qualifikationen aufzunehmen.

Labels: ,