17 April, 2007

Neues bei Tageszeitungen

--- Mit dem Internet und neuen Themenpräsentationen fangen auch die Tageszeitungen an, sich der Moderne zuzuwenden. Die Frankfurter Rundschau erscheint künftig im Tabloid-Format - wohl a su kostengründen - und die FAZ überlegt, öfter Fotos auf der Titelseite zu platzieren und die Frakturschrift über den Kommentaren gegen eine neue auszutauschen. Das ist doch mutig.
*** Und sonst: Die Welt stellt ihre Medienseite ein. Da 60 Mitarbeiter mehr oder minder rausgeworfen wurden (bei Welt, Welt am Sontag und Berliner Morgenpost) und nun in einer Beschäftigungsgesellschaft ihr Dasein fristen, ist niemand mehr für die Spezialseite da. Schade.

Labels: ,

06 April, 2007

Rechtschreibung: Genitiv S

--- Lisa Walgenbach erklärt heute den Aprostroph und die Kennzeichnung des Genitivs. Diesmal geht es leider um eine Verhunzung der deutschen Sprache:

Wer aufmerksam durch deutsche Fußgängerzonen spaziert, kann sie zuhauf beobachten: Benennungen des Typus Rudi’s Resterampe, Verona’s Nailstudio, Melanie’s Frisierstübchen zieren Läden wie Restaurants und sollen - jeweils mit Apostroph geschrieben - das Interesse potenzieller Kunden/-innen wecken. Dies verleitet viele Schreibende dazu, in ihren Texten den Genitiv (= Wesfall) von Namen nach demselben Muster zu bilden. Dabei wird im Deutschen normalerweise vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt (z. B. Peters Buch). Auch bei Abkürzungen ist der Apostroph nicht zulässig (z. B. der Fahrer des Lkws).

Der Apostroph steht vielmehr zur Kennzeichnung des Genitivs von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z und x enden und keinen Artikel o. Ä. bei sich führen (z. B. Thomas‘ Buch, Grass‘ Werke, Saßnitz‘ Hafen, Franz‘ Auto, Max‘ Handy). Was im Englischen korrekt ist (z. B. Peter’s book), war im Deutschen vor der Orthografiereform nicht zulässig. Seither kann der Apostroph zur Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens verwendet werden
• vor der dem Genitiv-s (z. B. Rudi’s Resterampe, Andrea’s Frisierstube zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
• vor der Adjektivendung -sch (z. B. der Ohm’sche Widerstand, neben: der ohmsche Widerstand)

Labels:

Zeitungen verlieren Auflage, hier wie da

--- Die deutschen Zeitungen verlieren weiter Auflage. Waren es in den Neunzigern noch 33 Millionen, so liegt die Zahl bei weniger als 27 Millionen. Vor allem die Eliten informieren sich fast ausschließlich übers Internet (Infos vom BDZV). Werden die Printmedien zum Mittelschichten-Medium?
In den USA ist das Phänomen ähnlich. Laut Columbia School of Journalism sank die Auflage 2006 um drei Prozent, so viel wie noch nie. Auch der Fernseh- und Internetkonsum nehme ab. Werden die Amerikaner Naturalisten?
Und sonst: 2006 starben so viele Journalisten in ihrem Job wie seit 1994 nicht mehr: 81 waren es, die meisten kamen im Irak ums Leben.

Labels: , , ,