25 November, 2005

BDZV: Weiter Flaute auf dem Zeitungsmarkt

--- Bereits Ende August hat der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger die Jahreszahlen für 2004/05 herausgegeben. Danach sieht es weiter Mau aus auf dem Markt. In der Pressemitteilung dazu heißt es: "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fielen 2004 besser aus als von vielen erwartet - das Bruttoinlandsprodukt wuchs preisbereinigt um 1,6 Prozent, nachdem es 2003 noch um 0,1 Prozent gesunken war. Die Inflationsrate blieb mit 1,6 Prozent niedrig (2003: 1,1 Prozent). Die Verlage konnten an diesem Wachstum allerdings nur unterdurchschnittlich partizipieren. Erstmals seit drei Jahren legten sie jedoch bei den Anzeigen wieder zu (+1,25 Prozent) - und übertrafen deutlich den Zuwachs bei den Vertriebsumsätzen (+0,58 Prozent). Gleichwohl steht nicht zu erwarten, dass die bis zum Jahr 2000 gültige Faustregel, wonach zwei Drittel der Umsätze im Zeitungsgeschäft mit Anzeigen und Werbung und ein Drittel mit dem Verkauf erzielt werden, neu belebt wird. Im Jahr 2004 stammten 55,4 Prozent der Erlöse aus dem Anzeigengeschäft, 44,6 Prozent aus dem Vertriebsgeschäft. "
Dazu gibt es noch einige Schaubilder, für alle, die sich vertieft mit der Marktlage beschäftigen wollen. Zur Lage der Beschäftigten gibt es keine Aussagen. Die nächste Erhebung dazu gibt es vermutlich im kommenden Jahr.

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22 November, 2005

SZ: Woodwards Watergate

--- Als Journalist einen Scoop zu landen, in dessen Gefolge man im Zweifel sogar eine Regierung stürzt ist nicht einfach. Wenn man es geschafft hat, ist es aber umso schwieriger seinen Ruf aufrecht zu erhalten. Heute berichtet die Süddeutsche Zeitung, wie der langsame Abstieg des Enthüllers des Watergate-Skandals, Bob Woodward. Dabei lässt sich auch einiges zum Thema Recherche lernen.
Worum ging es? "Der damals 29-jährige Reporter Bob Woodward hatte gerade erst bei der Washington Post angefangen, als er, zusammen mit Carl Bernstein, den Scoop landete, von dem seither alle Journalisten träumen: Er konnte 1972/73 nachweisen, dass die Nixon-Regierung am Einbruch in das Wahlkampfhauptquartier der gegnerischen Demokraten beteiligt war.Ein Informant, eine geheime Quelle aus dem FBI, hatte den Reporter mit Informationen versorgt. Am Ende musste der Präsident zurücktreten."
Seither lebt er von Ruhm und Ehr und schreibt vor allem Bücher. "Der Reporter vermag immer wieder den Eindruck zu erwecken, er wäre bei allen wichtigen Entscheidungen – Zinserhöhung, Kriegserklärung, Friedensschluss – unter dem Tisch dabei gewesen. Absolute Verschwiegenheit ist Voraussetzung. Der Reporter veröffentlicht nur, was seine Quellen veröffentlicht haben wollen. Seine Quellen braucht er deshalb nicht zu nennen. Am Ende ist es immer ein Woodward-Werk geworden", wertet die SZ. und fährt fort: "So hat es der ehemalige Reporter, der einen Präsidenten stürzen konnte, zum Hofberichterstatter in Washington gebracht. Vor einer Woche wurde Woodward vom Sonderermittler Patrick Fitzgerald vernommen und musste zugeben, schon länger als jeder andere Journalist in Washington gewusst zu haben, dass Regierungsmitglieder den Namen der CIA-Agentin Valerie Plame preisgegeben hatten. Das ist strafbar, das darf auch die Bush-Regierung nicht, und deshalb ermittelt Fitzgerald. Woodward verschwieg sein Wissen mehr als zwei Jahre, denn Verschwiegenheit ist sein Beruf. Dass er nebenbei die Regierung schützte, die munter gegen Gesetze verstößt, scheint ihn nicht gestört zu haben. Seine eigene Zeitung distanziert sich von ihm und nennt Woodwards klandestines Verhalten „eine schwere Sünde“. Der Reporter stürzt niemanden mehr. Sein eigener Ruf ist zerstört."
UPDATE: Auch der Spiegel widmet sich heute ausführlich dem Fall unter dem Titel: "Der Bestechliche Unvbestechliche".

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Pressefusion: Böge stoppt Springer-ProSiebenSat1

--- Mit einer mehr als deutlichen Pressemitteilung hat Bundeskartelamtschef Ulf Böge seine Ablehnung zur geplanten Übernahme von Pro Sieben/Sat 1 Media durch Springer zum Ausdruck gebracht. "Nach bisheriger Einschätzung des Bundeskartellamt wäre der Zusammenschluss der Axel Springer AG (Springer) mit der ProSiebenSat.1 Media AG (ProSiebenSat.1) kartellrechtliche nicht genehmigungsfähig. Betroffen wären von dem Zusammenschluss der Fernsehwerbemarkt, der Lesermarkt für Straßenverkaufszeitungen sowie der bundesweite Anzeigenmarkt für Zeitungen. Bundeskartellamtspräsident Ulf Böge: „Auf den drei betroffenen Märkten würde die Fusion von Deutschlands größtem Zeitungsverlag, der nach eigener Darstellung des Verlags auch international zu den führenden Medienunternehmen zählt, und dem TV-Unternehmen ProSiebenSat.1 nach derzeitiger Einschätzung zu einer nach dem Kartellrecht nicht genehmigungsfähigen Marktmacht führen.“
Zuvor bereits hatte das Kartellamt die Übernahme der Berliner Zeitung durch den Holtzbrinck-Verlag gestoppt. Holtzbrinck besitzt den Tagesspiegel. Die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits angekündigt, dass sie gedenkt, dass Pressefusionsrecht zu überarbeiten und zu modernisieren.
UPDATE: Die Zeit widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema mit kritischen Einwürfen zur Argumentation des Bundeskartellamtes.

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16 November, 2005

Neue Ausbildungsrunde bei der Kölner Journalistenschule

--- Die Kölner Journalistenschule teilt mit: "Die Kölner Journalistenschule bietet 20 Plätze für den Ausbildungsjahrgang 2006 an. Das achtsemestrige Ausbildungsprogramm „Fachjournalist/in für Politik und Wirtschaft” ist ab dem dritten Semester mit einem Studium der Volkswirtschaftslehre sozialwissenschaftlicher Richtung an der Universität zu Köln verbunden. Voraussetzungen sind: Abitur, nicht älter als 24 Jahre, Bewerbung mit schriftlichem Vortest, dreitägiger Qualifikationstest. Die Bewerbungsfrist endet am 31.01.2006. Die Ausbildung beginnt am 09.10.2006. Bewerbungsunterlagen können unter http://www.koelnerjournalistenschule.de/ heruntergeladen oder bei der Schule angefordert werden:
Im MediaPark 6, 50670 Köln, Tel. 0221 / 5743244.
Mail: koelnerjournalistenschule@komed.de

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