30 August, 2005

Neue Presseausweise ab 2006

--- Vom 1. Januar 2006 an erhalten Journalisten nur noch einen gültigen, bundesweit standardisierten Presseausweis. Damit soll dem Missbrauch durch Pseudo-Journalisten einhalt gebeoten werden. Die Plastsikkarte im Schaeckkarten-Format ist ausgestattet mit einem Hologramm, um nicht leicht gefälscht werden zu können, ist nur ein Jahr gültig und erscheint jedes Jahr in einer neuen Farbe. Ausgegeben wird er ab Dezember vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, der Gewerkschaft Verdi sowie dem Deutschen Journalistenverband. "Hobbyschreiber und Schnäppchenjäger haben keinen Anspruch auf das Dokument", heißt es auf der Internetseite Presseausweis.org.

Labels:

Weblogs: Neue Jobperspektive?

--- Weblogs werden langsam ernst genommen: Die SPD hat erstmals gezielt bestimmte Blogger zum außerordnetlichen Parteitag eingeladen. Damit soll vor allem die Schnelligkeit des Mediums Internet genutzt werden, weil der Wahlkampf in diesem Jahr besonders kurz und damit die Beeinflussung der Wähler via klassischer Wahlkampfveranstaltungen umso schwieriger ist. Was Amerikaner können, können Deutsche erst Recht und vielleicht lässt sich bald schon mit Weblogs Geld verdienen. Bei der SPD heißt es offiziell:"Die SPD lädt, als erste Partei in Deutschland, ausgewählte Blogger zum außerordentlichen Parteitag nach Berlin, um ihnen die Berichterstattung auf ihren Seiten zu ermöglichen. Der SPD-Parteivorstand ist bereits zur Europawahl 2004, als erste deutsche Partei mit einem eigenen Weblog gestartet und setzt in der Kampagne zur Bundestagswahl 2005 auf die Unterstützung einer breiten, SPD-nahen Blogsphäre. Mit http://www.roteblogs.de/ steht dafür eine eigene Plattform zur Verfügung. Auch wenn die Entwicklung in Deutschland noch am Beginn steht, wollen wir dazu beitragen, dieses neue Kommunikationsinstrument weiter zu fördern. Folgende Autoren werden den außerordentlichen Parteitag der SPD in ihren Blogs begleiten: Christian Hochhuth (http://www.wahlblog05.de/), Johnny Haeusler (http://www.spreeblick.de/), Nico Lumma (http://www.lumma.de/), Thorsten Matolat (blog.nrwspd.de), Felix Schwenzel (http://www.wahlblog.de/), Thomas Praus (www.roteblogs.de Valentin Tomaschek (www.notizblogg.de/jusoshh/), Andreas Kesting (blog.websozis.de)." Warum allerdings eine Zensur mittels gezielter Einladungen erfolgt, erschließt sich nicht. Platzgründe jedenfalls reichen als Begründung nicht aus: Die SPD zelebriert sich im Berliner Estrel, dessen Saal mehrere tausend Menschen fasst.

16 August, 2005

Volontariate laufen an

--- In letzter Zeit sind wieder etliche Volontariate vergeben worden. Die Süddeutsche etwa stellt für 2006 schon gar nicht mehr ein, beim Bayerischen Rundfunk startet die nächste 18 Monate dauernde Ausbildung im September. Beim MDR geht es immer im März los, Einsendeschluss ist der April des Vorjahres. Soweit ein kleiner Überblick. Andere Häuser stellen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr ein, so dass sich nachfragen lohnt. Zu diesen Arbeigebern zählt unter anderem die Deutsche Presseagentur.

Presserat: Bilanz 2005

--- Der Presserat hat sich auf seiner Jahrespressekonferenz gegen Schleichwerbung und für das Trennungsgebot ausgesprochen. "Zeitungsleser als Verbraucher erwarten, dass redaktionelle Teile von Zeitungen und Zeitschriften informieren und unabhängig berichten und nicht von gewerblichen Interessen bestimmt werden. Der Leser wird getäuscht, wenn das äußere Erscheinungsbild einer publizistischen Darstellung als Tarnkappe für die Verfolgung wirtschaftlicher Interessen benutzt wird. Deshalb spricht sich der Presserat für eine strikte Einhaltung des Trennungsgebotes aus und fordert die Printmedien dazu auf – auch und vor allem – im eigenen Interesse darauf zu achten. Der geplanten Änderung der EU-Fernsehrichtlinie, die eine Lockerung des Product Placements im Fernsehen vorsieht, steht der Presserat daher auch kritisch gegenüber. Eine Aufweichungim TV- Bereich könnte dazu führen, dass der Druck auf die Printredaktionen, sich ebenfalls zu öffnen, noch größer wird."
Im vergangenen Jahr erreichten 672 Eingaben(Vorjahr: 682) den Presserat. 235 Beschwerden wurden von den Kammern behandelt. Es kam zu 27 öffentlichen und sieben nicht-öffentlichen Rügen (Vorjahr: 20 und sechs). Missbilligungen gab es 37 (49 in 2003), Hinweise 40 (Vorjahr: 44).
In seinem Jahrbuch beschäftigt sich der Presserat verstärkt mit dem Thema "Gewaltfotos". "DerPresserat musste sich in den letzten Jahren verstärkt mit Beschwerdenbefassen, die Tote oder Verletzte zeigten – ob nach einemTerroranschlag, einer Naturkatastrophe oder aus Kriegsgebieten." Das Jahrbuch ist bei der UVK erhältlich.

05 August, 2005

Springer übernimmt Pro Sieben/Sat1 Media AG

--- Für Unruhe sorgt die Ankündigung des Axel Springer Verlags, die Pro Sieben/Sat1 Media AG zu übernehmen. "Eine solche Medienmacht in einer Hand ist verheerend für die Meinungsvielfalt in Deutschland", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Michael Konken. Springer übernimmt 100 Prozent des Fernsehsenders und steigt so ins TV-Geschäft ein. Dabei sollen die Bereiche Print und TV nicht nur wirtschaftlich, sondern auch inhaltlich zusammengeführt werden. "Deutschland braucht kein Springer TV, sondern Meinungsvielfalt statt Einheitskost", sagte Konken.
Auch den Grünen wird bei dem Deal Angst und Bange. "Die Dominanz des Springer-Verlages ist im Pressebereich – gerade bei den Boulevard- und Straßenverkaufszeitungen – bereits sehr fortgeschritten. Eine weitere Ausdehnung auf den Fernsehsektor – auch die Hörfunk- und Internetbeteiligungen von Axel Springer haben erheblichen meinungsbildenden Einfluss – führt zu einer problematischen Zunahme der Markt- und Meinungsmacht dieses Unternehmens", erklärt Grietje Bettin, medienpolitische Sprecherin.
Heute hatte Springer das Geschäft in einer Ad hoc-Meldung angekündigt. Springer kostet der Deal insgesamt 4,2 Milliarden Euro. Dazu übernimmt der Medienkonzern die Anteile des Finanzinvestors Haim Saban, der nach der Kirchpleite vor zwei Jahren in das Unternehmen eingestiegen war. Das Übernahmeangebot soll Mitte September offiziell abgegeben werden. Springer wäre damit die Nummer 1 im deutschen Fernsehmarkt und als Medienkonzern die Nummer 2 hinter Bertelsmann. Das Bundeskartellamt rechnet damit, dass die Prüfung des Zusammenschlusses mindestens drei Monate in Anspruch nehmen wird.

03 August, 2005

Linkszeitung und Musikwoche - Neues im Netz

--- Im Internet entstehen neue Zeitungen. Vor zwei Tagen ist im Zuge der Linkspartei jetzt die Linkszeitung ans Netz gegangen. Inwieweit die Inhalte eine neue Zielgruppe ansprechen, lässt sich wohl noch nicht sagen. Seit Juli ist dagegen die Musikwoche im Netz als innovatives Online-Magazin. "Lesen und hören", lautet das Motto. Das E-Paper liefert etwa bei einer CD-Rezension gleich einen Link zur Homepage des Interpreten, gleichzeitig können Stücke aus der CD angehört werden. Ein Blick und Klick lohnt sich auf jeden Fall.