27 November, 2004

Volontariat - nur wie?

--- Auf dieser Seite findet ihr Hinweise und Tipps, welche Wege und Möglichkeiten es gibt, Journalist zu werden. Der Deutsche Journalisten Verband – neben der IG Medien die Gewerkschaft der Journalisten – hat dazu auch eine Checkliste zusammengestellt. Zwar bleibt einem selbst bei der derzeitigen Lage auf dem Arbeitsmarkt oft kaum mehr übrig, als bei einem Angebot "ja" zu sagen. Dennoch sollten alle Bewerber einige Punkte beachten, damit sie nicht bei einem unseriösen Anbieter landen und sich am Ende ärgern - und vor allem bei dem Volontariat alles lernen nur nicht, wie man guter Journalist wird.
Das ganze Jahr über bietet etwa die Deutsche Presseagentur Volontariate an.

Labels:

19 November, 2004

Komischer Auftritt der "Pressesprecher"

--- Gestern abend lud der Bundesverband deutscher Pressepsrecher zur 1. Speakersnight in die Berliner Staatsoper. Bei seiner kleinen Gala waren sich die Chefverkäufer von Firmen-, Partei- und Verbandsinteressen nicht zu schade, einen Preis für die schlechteste Berichterstattung von Journalisten zu vergeben. "Sieger" wurde Oliver Schröm, der für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung das Stück "Der Gesichtsverlust" geschrieben hatte. Die Begründung der Pressesprecher: "Er behandelt darin den Terroranschlag von Djerba und die Folgen - zu einseitig und ohne alle Beteiligten zu Wort kommen zu lassen, wie die BdP-Mitglieder befanden." Und: es sei "unsauber recherchiert, bewusst falsch gemeldet, unfundiert berichtet"worden. Aber warum nur? Der Autor reagiert: "Wie mir mündlich von Ihrem Verbandspräsidenten mitgeteilt wurde – eine schriftliche Begründung liegt mir leider noch nicht vor -, soll ich den Preis erhalten, weil ich die Sichtweise von TUI nicht dargestellt und den Pressesprecher des Konzerns nicht angerufen hätte. Meines Erachtens sprechen die schriftlichen Äußerungen der leitenden TUI-Mitarbeiter sowie des Anwalts für sich selbst - deutlicher als sie irgendjemand übersetzen könnte. Wollte sich der Reiseveranstalter - unabhängig von der Schuldfrage – von der zynischen Haltung seines Anwalts distanzieren, stünde im das bewährte Instrument der Pressemitteilung zur Verfügung. Es wurde in den vergangenen Monaten hierfür nicht genutzt." Schröm vermied es, selbst zu erscheinen - wer reist schon gern freiwillig zu seiner eigenen Hinrichtung? Entsprechend reagierte er per schriftlicher Stellungnahme. Unter den Gästen machte sich der Eindruck breit, dass hier ein Fall von beleidigter Pressesprecher vorgelegen haben muss. Offenkundig hatten sie es bei ihrem Online-Voting zum schlechtesten Artikel nicht ertragen können, wenn sie die Kommunikation über ihr zu vermarktendes Produkt nicht unter Kontrolle haben - unabhängig davon, dass der Anwalt der Familie im konkreten Fall gezielt auf die Medien zugegangen ist, um den Fall so in den Zeitungen beschrieben zu finden. Vielleicht sollten sich die Pressesprecher fragen, ob sie in Zukunft nicht so arbeiten sollten, dass sie auch angerufen werden. Überhaupt, wozu ein Preis für eine Ente - und dann noch von Pressesprechern? Eitelkeit des Verbandes, Aufmerksamkeitssucht? Viel geklatscht wurde jedenfalls nicht. Ach ja, es wurde auch Preis für die beste Geschichte vergeben.

Labels:

16 November, 2004

Medientenor und Merten vergleichen sich

--- Der Bonner "Medientenor" und der Kommunikationswissenschaftler Professor Klaus Merten von der Uni Münster haben einen Vergleich geschlossen. Merten hatte dem Medientenor vorgeworfen, unwissenschaftliche Medienanalysen durchzuführen. Hier die Pressemitteilung von Merten im Wortlaut: "Klaus Merten, Professor für empirische Kommunikationsforschung in Münster, und das Bonner Institut Medien Tenor haben ihren Rechtsstreit vor dem Berliner Landgericht am Dienstag beigelegt. Merten: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlung. Ich fühle mich in meiner Sicht der Dinge bestätigt. Das Vergleichsangebot vom Medien Tenor zeigt, dass meine wissenschaftliche Kritik anerkannt wird." Der Münsteraner Professor war vom Bonner Institut Medien Tenor verklagt worden, weil er seine Kritik am 'Mediendax' angeblich als Wettbewerber und nicht als Wissenschaftler geäußert haben soll. Der nun geschlossene Vergleich sieht unter anderem vor, dass Merten seine Kritik als Wissenschaftler weiterhin frei äußern darf. Damit ist der Weg frei für eine grundlegende Diskussion über die Qualität von Medienresonanzanalysen. „Wir müssen Qualitätsstandards definieren, die der Branche brauchbare Ergebnisse liefern." Dazu gehört nach Merten, dass jede Analyse einer uneingeschränkten wissenschaftlichen Überprüfung standhalten muss. Wichtige Qualitätskriterien sind die eindeutige Definition der Erhebungs- und Analyseeinheit und die Nachvollziehbarkeit des Vorgehens. Münster, den 12. November 2004." Zur Debatte findet sich einiges bei der FU Berlin. Zu guter Letzt noch ein Link zur Medienresonanzanalyse nach Merten und zu dessen Unternehmen.

Labels: , , ,

03 November, 2004

Kostspielige Wahlberichterstattung

--- Journalisten haben es nicht überall so leicht, Zugang zu Veranstaltungen zu erhalten wie in Deutschland. Die Washington Post berichtet heute, dass Journalisten, die vor Ort über die Wahlparty der US-Regierung berichten wollten, 300 Dollar bezahlen mussten. Die Eintrittskarte bevollmächtigte sie lediglich, in einem Zelt außerhalb des Partybereichs das Geschehen am TV zu verfolgen. Wer zudem noch etwas essen wollte, musste 200 Dollar extra bezahlen.

Labels: ,

02 November, 2004

Hilfe! - Abstimmen für den Spindoktor!

--- Mit unsrem zweiten Weblog, dem Spindoktor fühlen wir uns geehrt und brauchen jetzt nur noch Eure Hilfe: Er hat es unter die zehn Nominierten bei den BOBS, den Best of the Blogs, in der Kategorie "Best Journalistic Blog German" geschafft! Also gleich auf den Link klicken unter "german" bei best journalistic weblogs" für den SPINDOKTOR stimmen. Die Endauswahl treffen ja schließlich die Leser bis zum 5. Dezember. Ein Glückwunsch auch an die Mitnominierten, die da wären: ad hoc (Blog vom Handelsblatt), Artikel 20 Blog, das BILDblog, der (nein, nicht das, aha) Männerblog, das medienrauschen, der Metablocker von Politik Digital, das Musikblog // nicorola, the drink tank (Weinblog) sowie das Satiremagazin Ringfahndung. Eingereicht wurden 1000 Bewerbungen für die BOBS. Aus der Pressemitteilung des Award-Ausrichters, der Deutschen Welle, zu der Vorentscheidung: „Weblogs sind inzwischen zu einem weltweiten Thema geworden und sie werden mehr und mehr zu einem Teil des journalistischen Mainstreams“, sagt Holger Hank, Redaktionsleiter von DW-WORLD.DE, dem Online-Angebot der Deutschen Welle. „Der Wettbewerb gibt zum ersten Mal einen Überblick über diese internationale Szene“. Dabei sei bemerkenswert, dass sich inzwischen bei allen Gemeinsamkeiten auch regionale Trends abzeichneten. So gebe es in den USA inzwischen eine journalistisch höchst professionelle Weblog-Szene, in der mit dem Weblog-Format auch Geld verdient werde. Die deutschsprachige „Blogosphäre“ sei dagegen derzeit „sehr stark mit sich selbst beschäftigt“. In Deutschland spielten vor allem Medien- und Internet-Themen eine starke Rolle. Hank: „Es fehlen aber noch gut geschriebene Blogs, die sich mit den brennenden Themen befassen: Globalisierung, Sozialabbau, Terrorismus.“ Wir arbeiten dran, zumindest beim Thema Krieg gegen den Terror.